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RAF Camora: “Meine Heimat ist der 15. Bezirk”

„Ich habe tatsächlich 2001 einen ganz kleinen Jugo-Part gerappt… Ich war auch bei der Gruppe ’Balkan Expres’ dabei.” (FOTO: Markus Mansi)

Können sich Fans auf ein weiteres Balkan-Feature freuen? Wie gut sind deine Jugo-Skills und könntest du sogar einen kleinen Part rappen?
Ich habe tatsächlich 2001 einen ganz kleinen Jugo-Part gerappt… Ich glaube es ging. Ich war auch bei der Gruppe „Balkan Express” dabei. Da musste ich meine bosnisch-rappenden Freunde doubeln, aber ich habe natürlich nicht verstanden, was ich da gerade sage, aber ich habe auf jeden Fall fast schon Jugo gerappt dadurch.

Deine Songs handeln von Prestige und Status. Hast du vor, inhaltlich etwas Neues auszuprobieren?
Das ist ein bisschen wie bei der Kultserie „Die Simpsons”. Wenn sie sich das Kids anschauen, dann ist es für sie einfach lustig, aber wenn es Erwachsene anschauen, dann sehen sie auch den Hintergrund hinter den Witzen. Und genau so ist es bei mir auch. Ich rappe natürlich sehr viel um das, was in meinem Leben vorgeht, und das hat viel mit Status und Luxus zu tun. Allerdings ist es für die Leute, die zwischen den Zeilen lesen können, noch genug Inhalt drinnen, damit sie es begreifen.

Du liebst Autos und erwähnst sie in deinen Songs. Welches fährst du am liebsten?
RSQ8. Das Auto La Voiture. Es ist sportlich, elegant, groß und schnell.

Hast du dich durch das Buch „Der Pakt” selbsttherapiert? Was war die wichtigste Erkenntnis dabei?
Es gab mehrere wichtige Erkenntnisse beim Buch „Der Pakt”. Eine der wichtigsten ist es, dass ich in manchen Momenten den Umhang RAF Camora abhängen muss, vor allem wenn es um geschäftliche Entscheidungen geht und dass ich anfange, den Geschäftsmann Raphael Ragucci von RAF Camora zu trennen. Das ist wie bei Batman. Beides bin ich, jedoch muss ich die zwei Teile, die in mir drinnen sind, trennen. Das hat mir vieles erleichtert.

Was hat es mit dem Raben auf sich? Wieso ist er dir so wichtig?
Der Rabe ist mein Krafttier, wenn wir schon bei der Batman-Metapher sind. So wie es für ihn die Fledermaus ist, so ist es bei mir der Rabe. Dadurch, dass ich von Kind auf einen großen Bezug und eine große Faszination vom Raben hatte. Wegen dem Dunklen und Mystischen ist der Rabe mein Krafttier geblieben. Wer wirklich neugierig ist, was es damit auf sich hatte, sollte unbedingt mein Buch „Der Pakt” lesen. Da ist es in drei Storys aufgeteilt, wo es um den Raben geht, also um die Begegnung mit dem Raben.

„Ich muss sagen, dass Wien meine Heimat ist, und zwar der 15. Bezirk.”

RAF Camora

Auf welche Geschäftsideen können wir uns noch freuen?
Aktuell arbeiten wir neben Karneval-Vodka auch an etwas Anderem. Spätestens seit Capital Bra weiß der Lebensmittel-Handel, dass Rapper da sind. Davor haben sie uns immer ein bisschen ignoriert und spätestens seit dem Eistee namens „Bratee” sind alle aufgewacht. Genauso wie wir damals mit „Ohne mein Team” der Musikindustrie die Tür für Clubmusik aufgemacht haben, so öffnet sich jetzt eine Tür für den großen Lebensmittelhandel und da werden wir natürlich auch mitmachen.

„Mit ’Ohne mein Team’ haben wir damals der Musikindustrie die Tür für Clubmusik aufgemacht.” (FOTO: Markus Mansi)

Wo fühlst du dich zu Hause? In Österreich oder in Deutschland?
Ich muss sagen, dass Wien meine Heimat ist – der 15. Bezirk. Und ich betone, nur die Wiener Außenbezirke. Im ersten und dritten Bezirk fühle ich mich fremd. Überhaupt im 19. Bezirk. Das heißt, meine Heimat ist der 15. Bezirk, aber zu Hause fühle ich mich aktuell natürlich in Berlin, weil ich seit 14 Jahren dort lebe. Dort ist auch mein Lebensmittelpunkt.