Seit Anfang Oktober gelten neue Regeln für Überweisungen in Österreich und der EU. Ab dem 9. Oktober 2025 müssen österreichische Banken Sofortüberweisungen anbieten, bei denen das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben wird – sofern der Kunde diese Option wählt. Sicherheitsexperten bezeichnen diese Entwicklung allerdings als „blanke Katastrophe“. Parallel dazu wurde ein Ampelsystem eingeführt, das die Übereinstimmung zwischen IBAN (internationale Kontonummer) und Kontoinhaber visualisiert und so die Sicherheit erhöhen soll.
Die meisten Befragten haben mit dem neuen Ampelsystem bislang wenig Erfahrung gesammelt, bewerten die Änderung jedoch grundsätzlich positiv. Eine Kundin berichtete im Gespräch mit 5 Minuten jedoch von einem Vorfall, bei dem das System bei einer ihrer regelmäßigen Zahlungen Alarm schlug: „Und trotzdem hat es rot aufgeleuchtet.“ Es handelte sich dabei um ihre monatliche Versicherungszahlung. Die Frau war sich der Richtigkeit des Empfängers jedoch sicher und führte die Transaktion dennoch durch: „Ich habe trotzdem überwiesen, ich mach das ja jeden Monat.“
⇢ Neue Bankregeln sorgen für Überweisungs-Chaos!
Warnmeldungen verstehen
Auf Anfrage von 5 Minuten erklärt die Wirtschaftskammer Österreich-Bundessparte Bank und Versicherung, dass solche Warnmeldungen auftreten können, wenn der angegebene Name nicht exakt mit dem im Bankensystem hinterlegten übereinstimmt. Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte, empfiehlt: „Im Zweifelsfall sollte stets der Empfänger kontaktiert werden, um die Angaben abzugleichen.“ Der Zahlungsverkehr funktioniert weiterhin wie gewohnt – die Empfängerüberprüfung stellt eine zusätzliche Serviceleistung dar, die vor allem dazu beiträgt, Fehlüberweisungen zu reduzieren.
Insgesamt sei die Implementierung der Neuerungen inklusive des Ampelsystems laut Rudorfer „ohne nennenswerte Schwierigkeiten“ verlaufen.
Digitale Herausforderungen
Eine jüngere Befragte thematisierte gegenüber 5 Minuten ein anderes Problem: Sie habe durch die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs den Überblick über ihre Ausgaben verloren. Die junge Frau bezahlt ihre Einkäufe vorwiegend mit dem Smartphone. Betrugsrisiken sieht sie jedoch eher bei älteren Menschen. „Wenn bei mir wer anruft und sagt, ich soll Geld überweisen, dann würde ich einfach auflegen“, erklärte sie im Gespräch mit 5 Minuten.
Wir haben unsere Leser nach ihrer Meinung zu dem neuen System und möglichen Problemen befragt.
Die Ergebnisse finden Sie in unseren Artikeln: „Wesentliche Neuerung“ bei Banken sorgt für diese Unsicherheiten und Ab jetzt Pflicht: Die Schattenseiten der Sofortüberweisung.