Unter falschen Namen drohten zwei Grazer Schüler mit einem Amoklauf und verbreiteten manipulierte Bilder. Die Polizei konnte die Teenager rasch identifizieren.
Nach einer Amoklauf-Ankündigung in sozialen Medien hat die Grazer Polizei zwei Schüler ermittelt. Die Untersuchungen begannen, als der Direktor einer Mittelschule in Graz-Gries gemeinsam mit einer Sozialarbeiterin am 22. Oktober Anzeige erstattete. Innerhalb von nur zwei Tagen konnten die Ermittler einen 14- und einen 15-Jährigen als Tatverdächtige identifizieren.
Bei der Befragung räumte der jüngere Schüler ein, die Drohung ausgesprochen zu haben, während ihm sein älterer Mitschüler in der Gruppe Unterstützung zusicherte. Die Jugendlichen hatten Mitte Oktober unter Pseudonymen in einer inoffiziellen Snapchat-Gruppe der Schule Mitschülern gegenüber einen Amoklauf angekündigt. Sie verbreiteten zudem ein manipuliertes Bild zweier Schulklassen, auf dem Schüler scheinbar verstorben dargestellt wurden, wie die Landespolizeidirektion Steiermark mitteilte.
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Fehlende Einsicht
Im Gespräch mit den Ermittlern gaben die Jugendlichen an, kein konkretes Motiv für ihre Handlung gehabt zu haben und die Drohung nicht ernst gemeint zu haben. Laut Polizei waren sie sich der Tragweite ihrer Äußerungen nicht bewusst. Als der 14-Jährige gefragt wurde, ob er sich Gedanken über mögliche Auswirkungen solcher Aussagen auf Mitschüler gemacht habe, antwortete er: „Ich habe darüber noch nie nachgedacht.“
Rechtliche Folgen
Obwohl die Jugendlichen wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, müssen sie sich wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. In einem kürzlich an alle steirischen Schulen versandten Schreiben mahnten die Bildungs- und Landespolizeidirektion zur Besonnenheit – sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Erziehungsberechtigten.
„Jede Drohung wird ernst genommen, sofort angezeigt und hat schwerwiegende Folgen.“