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ERNÜCHTERNDE REALITÄT

So ist das Gastarbeiter-Leben wirklich: Junger Mann aus Bosnien zieht Bilanz

(Foto: iStock/Anze Furlan/psgtproductions)

Nach der sekundären Berufsbildung machte sich Marko, einer von vielen jungen Menschen aus dem Balkan, nach Deutschland auf. Sein Ziel: Geld verdienen. Doch seine Vorstellungen von einem Land, wo Milch und Honig fließen, und die Realität in Deutschland klaffen weit auseinander.

Schon nach kurzer Zeit kam Marko zu der Erkenntnis, dass Deutschland nicht das Land seiner Träume war, sondern tatsächlich Bosnien und Herzegowina, wo er herstammt. Er konnte sich nämlich selbst ein Bild davonmachen, dass in Deutschland viel mehr als in Bosnien gearbeitet wird und wie sich das Alltagsleben gestaltet.

Markos Fazit: In Deutschland hantelt man sich jeweils vom Monatsersten bis Monatsletzten durch, gearbeitet wird von Montag bis Freitag. Wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, ist gerade noch genug Zeit zum Duschen, bevor er müde ins Bett fällt. Am nächsten Tag läutet wieder der Wecker, und so geht es von Woche zu Woche dahin. Freitagabend und Samstagabend sind zum Ausgehen reserviert, die Sonntage sind zum Ausruhen da, damit er am Montag wieder frisch zur Arbeit kann. Marko auf diese Weise hat ein halbes Jahr lang in München gelebt, und er war mit diesem Leben nicht besonders zufrieden.

Eines ist ihm jedoch in Deutschland besonders positiv aufgefallen: Mit seinen 20 Jahren wurde er überall ernst genommen. Dennoch ist Marko nach Bosnien und Herzegowina zurückgekehrt, wo er auf Unterstützung von Großvater und Vater rechnen kann. Am meisten gefehlt haben ihm die gemütlichen Kaffeegespräche mit Freunden und die ausgedehnten Spaziergänge mit dem Hund.

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