Schlafend, im Luxusanwesen – so endete die Flucht eines der meistgesuchten Männer Lateinamerikas.
Kolumbianische Sicherheitskräfte haben einen hochrangigen Vertreter der venezolanischen Verbrecherorganisation „Tren de Aragua“ gefasst. Jorge Luis Paez Cordero, der unter dem Spitznamen „Cucaracho“ bekannt ist, soll laut Polizeichef General William Oswaldo Rincon Zambrano den Transport von Kokain aus Kolumbien und Venezuela in Richtung Mittelamerika, in die Vereinigten Staaten sowie nach Europa organisiert haben.
Auf einem von den Behörden veröffentlichten Videomitschnitt ist zu sehen, wie Mitglieder einer Spezialeinheit das Luxusanwesen des Verdächtigen in Santa Marta stürmen und ihn schlafend im Schlafzimmer antreffen. Gegen Paez Cordero war zuvor eine internationale Fahndungsnotiz von Interpol ausgestellt worden. Im Zuge der Festnahme stellten die Beamten vier Mobiltelefone sowie ein Tablet sicher.
⇢ Obst-LKWs als Drogen-Tarnfahrzeuge: Balkan-Bande vor Gericht
Tren de Aragua
Das venezolanische Netzwerk „Tren de Aragua“ gilt als einflussreiche kriminelle Struktur, der Drogenhandel, Entführungen und Schutzgelderpressung angelastet werden. Nach Einschätzung der Plattform „InSight Crime“ handelt es sich dabei um einen losen Zusammenschluss verschiedener Gangs. „Cucaracho“ soll als engster Vertrauter von „Nino Guerrero“ fungiert haben, dem mutmaßlichen Kopf des Netzwerks.
Gewalt in Mexiko
Die Verhaftung fiel zeitlich mit einer Eskalation der Drogengewalt in Mexiko zusammen. Bei einem Militäreinsatz gegen Nemesio Oseguera Cervantes, alias „El Mencho“, kamen mindestens 74 Menschen ums Leben. Der Kartellboss wurde dabei tödlich verletzt, woraufhin mutmaßliche Mitglieder seiner Organisation Straßensperren errichteten und Geschäfte angriffen.