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Erreger

Übertragung durch Zecken: Durchbruch bei Borreliose-Impfstoff

(FOTO: iStock/EvgeniyQ/anakopa)
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Das Biotech-Unternehmen Valneva hat zusammen mit Pfizer einen Borreliose-Impfstoff, namens VLA15, geschaffen, der beträchtliches Potenzial aufweist. Der derzeit weltweit einzige Borreliose-Impfstoff in klinischer Entwicklung erhielt die Empfehlung zur EU-Zulassung.

Diese vielversprechende Innovation könnte bald einen umfassenden Schutz vor der durch Zecken übertragenen Borreliose bieten, eine Krankheit, die alljährlich hunderttausende Menschen in Europa und Nordamerika betrifft.

Positive Ergebnisse in klinischen Studien

Die Vakzine hat bereits in frühen Testphasen überzeugt: Die Ergebnisse zeigen, dass VLA15 nicht nur eine robuste Immunantwort gegen die am häufigsten vorkommenden Borreliose-Erreger in Europa und Nordamerika induziert, sondern dabei auch eine hohe Verträglichkeit aufweist. In zwei durchgeführten klinischen Studien mit 800 Teilnehmenden im Alter von 18 bis 65 Jahren wurde die Impfstoffserie in unterschiedlichen Intervallen verabreicht. Die bestmögliche Immunantwort zeichnete sich der Verabreichung von insgesamt drei Dosen, nach zwei und sechs Monaten nach der Erstimpfung.

Einblick in die Phase-III-Studie

In einer entscheidenden Phase-III-Studie, die aktuell unter der Leitung von Pfizer durchgeführt wird und rund 6000 Probanden in sechs verschiedenen Ländern umfasst, soll die Wirksamkeit und Sicherheit von VLA15 weiter erforscht werden. Die Ergebnisse, die einen weiteren Meilenstein in der Prävention dieser weit verbreiteten Krankheit darstellen könnten, werden jetzt noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Die Herausforderung Borreliose

Angesichts der über 600.000 Fälle von Borreliose jedes Jahr allein in den USA und Europa macht die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs deutlich, wie dringend eine Lösung benötigt wird. Besonders gefährdete Gruppen sind dabei Kinder und ältere Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen.

Ein unkonventioneller Ansatz

Der Impfstoff VLA15 nutzt eine innovative Strategie, indem er das OspA-Protein der Borreliose-Erreger in den Zecken angreift und diese dadurch indirekt impft. Durch die Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein wird verhindert, dass die Borrelien während des Zeckenstiches auf den Menschen übergehen können. Diese Herangehensweise könnte einen bedeutenden Fortschritt in der Verhinderung der Krankheitsübertragung darstellen.

Die Entwicklung des Borreliose-Impfstoffs VLA15 durch Valneva und Pfizer markiert einen möglichen Wendepunkt im langjährigen Kampf gegen diese durch Zecken übertragene Erkrankung.