150 Menschen fliehen, Glut wirbelt durch die Luft – eine kroatische Küstenstadt erlebt eine Nacht, die in die Geschichte eingeht.
Ein Großbrand in der kroatischen Küstenstadt Omiš hat in der Nacht 150 Menschen aus ihren Häusern getrieben. Die Evakuierten wurden mit vier Bussen in die nahe gelegene Großstadt Split gebracht und kamen dort in Aufnahmezentren unter.
Der oberste Feuerwehrkommandant Slavko Tucakovic bestätigte am Morgen, dass die offenen Flammen im Bereich von Omiš unter Kontrolle gebracht worden seien. Die Nacht zuvor beschrieb er als eine der härtesten seiner Karriere: „Es sah fürchterlich aus – man konnte kaum etwas erkennen, die Glut wirbelte durch die Luft, es war schlicht katastrophal. Das war mit Sicherheit eine der schlimmsten Nächte, die ich je erlebt habe. Man kann sagen, dass dies einer der schwersten Brände in der Geschichte des Landes ist.“

Krisenstab tagt
Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe reiste Premierminister Andrej Plenkovic gemeinsam mit den Ministern Medved, Bozinovic, Hrstic und Glavin nach Omiš, um dort eine Krisenstabssitzung abzuhalten. Als Tagungsort diente das Hotel Plaza in der Stadt. Neben dem Regierungschef und seinen Ministern nahmen auch Feuerwehrkommandant Tucakovic, Bezirkshauptmann Boban, Bürgermeister Mocic sowie Vertreter des Feuerwehrverbandes, des Zivilschutzes, der Polizei und des Universitätsklinikums Split teil.
Wie dramatisch die Lage vor Ort ist, zeigen Bilder und Videos des kroatischen Portals 24sata. Dank der Aufnahmen wird das volle Ausmaß der Zerstörung sichtbar: ausgebrannte Häuser und Fahrzeuge, verkohlte Grundstücke und ganze Landstriche, die von den Flammen erfasst wurden. Die Bilder dokumentieren eindrucksvoll, wie nahe das Feuer an Wohngebiete herangekommen ist.
Video: facebook (24sata.hr)
Verhaltensregeln im Brandfall
Der Kroatische Feuerwehrverband nutzte die Situation, um der Bevölkerung grundlegende Verhaltensregeln im Brandfall in Erinnerung zu rufen: Wer einen Brand entdeckt, soll unverzüglich die Feuerwehr unter der Nummer 193 oder den Notruf 112 verständigen. Wichtig sei dabei, ruhig und deutlich zu sprechen, den genauen Ort des Geschehens zu nennen und anzugeben, ob Personen in Gefahr sind.
Die Einsatzkräfte könnten im Laufe des Gesprächs weitere Angaben – darunter den vollständigen Namen des Anrufers – einfordern. Das Gespräch solle erst beendet werden, wenn die Feuerwehr dies ausdrücklich erlaubt, und die Leitung danach möglichst freigehalten werden, falls Rückfragen notwendig werden.
Die Feuerwehrleute, die die Nacht im Kampf gegen die Flammen verbracht hatten, erreichten den Morgen sichtlich erschöpft. Ihr Einsatz unter extremen Bedingungen – bei kaum sichtbarer Glut und fliegendem Funkenflug – wurde von allen Seiten als außerordentlich gewürdigt.


