Mit einem weißen Terrier im roten Umhang und frischem Optimismus stürzt sich Superman ins Kino-Comeback. James Gunn wagt den Neustart des DC-Universums.
Im Windschatten des lang ersehnten Superman-Comebacks hoffen die DC-Studios auf frischen Wind für ihr Filmuniversum. Den Grundstein für diese Neuausrichtung legt Regisseur James Gunn, der sich zuvor mit der kosmischen Truppe „Guardians of the Galaxy“ bei Marvel einen Namen machte, bevor er – vergleichbar mit einem Wechsel zwischen Wiener Fußballrivalen – zu DC übersiedelte. Dort teilt er sich nun mit Peter Safran die kreative Führung der Studios.
Gunns Herangehensweise an den Superman-Stoff erweist sich als Glücksgriff: Seine Neuinterpretation bedient einerseits die Comic-Kenner mit zahlreichen Details, funktioniert andererseits aber auch als zugängliches Blockbuster-Erlebnis für Neulinge. Sein Held mag zwar übermenschliche Kräfte besitzen, ist aber vor allem ein sympathischer Optimist, der nicht zögert, selbst kleinen Tieren in Not zu helfen. Kritiker heben besonders die emotionale Tiefe der Hauptfigur hervor, die dem Franchise laut ersten Reaktionen einen vielversprechenden Neustart beschert.
In der Hauptrolle überzeugt David Corenswet, den Streamingdienst-Nutzer aus Netflix-Produktionen wie „The Politician“ und „Hollywood“ kennen dürften. Mit seinem treuherzigen Blick verkörpert er einen Superman, der gleich zu Beginn spektakulär vom Himmel stürzt. In letzter Sekunde ruft er seinen tierischen Begleiter herbei – einen weißen Terrier mit rotem Umhang namens Krypto, der seinem geschwächten Herrchen sofort auf die Brust springt.
Selbst Lois Lane zeigt sich überrascht: „Du hast einen Hund?“ Rachel Brosnahan, bekannt aus „The Marvelous Mrs. Maisel“, spielt die tüchtige Reporterin, die sowohl Clarks Büroalltag bereichert als auch in kritischen Momenten eingreift.
Luthors Rache
Der kahle Technologie-Milliardär Lex Luthor, Supermans Erzfeind, bekämpft den Helden nicht nur mit digitalen Mitteln und Desinformationskampagnen unter dem Hashtag #Supershit. Der von Nicholas Hoult mit boshafter Energie verkörperte Luthor will den „Außerirdischen“ endgültig beseitigen und sorgt für spektakuläre Actionsequenzen auf verschiedenen Ebenen.
So taucht etwa ein gepanzertes Kaiju-Monster (riesiges Monster im japanischen Stil) auf, dem Supermans Verbündete aus der „Justice Gang“ – Mister Terrific, Hawkgirl und Green Lantern – ein Auge ausstechen wie ein Kirchenfenster. Zusätzlich öffnet sich ein dimensionaler Spalt, der die Metropole Metropolis zu zerreißen droht. Wolkenkratzer kippen wie Streichhölzer um, während 3D-Effekte Objekte scheinbar ins Publikum schleudern.
Humorvoller Neustart
James Gunn beweist einmal mehr sein Talent für humorvolle Science-Fiction – ein deutlicher Kontrast zum schwermütigen Ansatz seines Vorgängers Zack Snyder, dessen „Mann aus Stahl“ unter seiner Ernsthaftigkeit litt. Trotz dieser willkommenen Neuausrichtung bleibt abzuwarten, ob das von Superhelden-Filmen zunehmend ermüdete Publikum den Neustart annimmt.
Mit „Supergirl“ steht bereits der nächste Film des Franchise in den Startlöchern. Die Produktion des Superman-Films mit einem Budget von rund 225 Millionen Dollar fand hauptsächlich in Georgia statt. Gunn nutzte dabei seine Position als DC-Studios-Co-CEO, um gezielt hochwertige Filmcrews vor Ort einzusetzen – ein Indiz dafür, dass Georgia auch für künftige DC-Produktionen ein wichtiger Standort bleiben könnte.