Eine Liebesgeschichte zwischen politischen Fronten, ungelöste Familienkonflikte und ein Wiener Musiker, der sein Zuhause verlieren soll: Die Viennale bringt Geschichten auf die Leinwand, über die sich danach weiterreden lässt. Diese fünf Filme lohnen einen Blick ins Programm.
Die Viennale läuft von 22. Oktober bis 3. November 2026. Wer das Festival bisher nicht besucht hat, braucht dafür weder einen Festivalpass noch filmwissenschaftliche Vorkenntnisse. Einzelkarten sind erhältlich, mehrere Angebote ermöglichen einen günstigeren Besuch.
Unsere Auswahl anhand des veröffentlichten Programms führt von Belgrad über Kabul bis nach Wien. Die fünf Filme dauern zwischen 86 und 116 Minuten. Wichtig bei der Planung: Untertitel und Vorstellungstermine prüfen – und rechtzeitig im Kino sein.
Do kraja dana: Liebe zwischen politischen Fronten
Vor dem Hintergrund der Belgrader Studierendenproteste begegnen einander Lena und Stefan. Sie ist Studentin und politisch engagiert, er bewegt sich auf der Gegenseite. Dennoch verbindet die beiden ein Unbehagen an der gesellschaftlichen Spaltung.
Jelena Maksimović erzählt in „Do kraja dana“, international „Until the Day Ends“, von Nähe, Widerstand und der Suche nach einer eigenen Haltung. Der Film könnte besonders jene interessieren, die Geschichten über junge Menschen und politische Konflikte suchen.
Termine: Freitag, 23. Oktober, um 16 Uhr in der Urania sowie Samstag, 24. Oktober, um 18.45 Uhr im Historischen Saal des Metro Kinokulturhauses. Dauer: 91 Minuten. Gezeigt wird die Originalfassung mit englischen Untertiteln. Der Film gehört zur Debut-Card-Auswahl.
No Good Men: Vertrauen nach Enttäuschungen
Naru arbeitet als Kamerafrau in Kabul, kämpft um ihre Selbstständigkeit und das Sorgerecht für ihren Sohn. An respektvolle Männer glaubt sie kaum noch. Die Zusammenarbeit mit dem Journalisten Qodrat bringt ihre Überzeugung ins Wanken.
Regisseurin Shahrbanoo Sadat verbindet Beziehungen, Beruf und Selbstbestimmung mit der politischen Realität Afghanistans. Die Handlung spielt 2021, kurz vor der erneuten Machtübernahme der Taliban. Eine unbeschwerte Liebeskomödie sollte man deshalb nicht erwarten.
Termine: Freitag, 23. Oktober, um 21 Uhr in der Urania mit deutschen Untertiteln. Am Samstag, 24. Oktober, um 10.30 Uhr läuft der Film im Historischen Saal des Metro mit deutschen und englischen Untertiteln. Dauer: 104 Minuten. Die Debut Card gilt auch hier.
Etwas ganz Besonderes: Wer bin ich eigentlich?
Eine Musik-Castingshow stellt der 16-jährigen Lea eine scheinbar einfache Frage: Was macht sie besonders? Eine fertige Antwort hat sie nicht. Ihre Suche nach sich selbst führt mitten hinein in die Erwartungen und ungelösten Konflikte ihrer Familie.
Eva Trobisch erzählt eine Familiengeschichte über unterschiedliche Generationen und die Schwierigkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ein möglicher Kinoabend für alle, die sich mit Erwachsenwerden, familiären Rollen und Leistungsdruck beschäftigen.
Termine: Mittwoch, 28. Oktober, um 21 Uhr in der Urania und Donnerstag, 29. Oktober, um 17 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus. Dauer: 116 Minuten. Originalfassung mit englischen Untertiteln, in der Debut-Card-Auswahl enthalten.
Eklipse: Als Vorurteile eine Freundschaft verändern
Sommer 1999: Tomy und Chris verbringen ihre Ferien auf einer Alm. Als Chris erfährt, dass Tomys Vater an AIDS erkrankt ist, verändert sich ihre Freundschaft. Angst und diskriminierende Vorstellungen dringen in den Alltag der beiden Buben ein.
Der österreichisch-italienische Film von Manuel Wetscher handelt von familiärem Schweigen, Ausgrenzung und dem Versuch eines Kindes, die Erwachsenenwelt zu verstehen.
Termine: Donnerstag, 29. Oktober, um 20 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus und Freitag, 30. Oktober, um 16 Uhr im Historischen Saal des Metro. Dauer: 91 Minuten. Originalfassung mit englischen Untertiteln. Für beide Vorstellungen ist Audiodeskription angekündigt. Der Film gehört zur Debut-Card-Auswahl.
Wiener Blues: Wenn das eigene Zuhause verschwinden soll
Der Wiener Bluesmusiker Al Cook steht im Zentrum von „The Loneliest Man in Town“. Sein Zuhause soll einem Abriss weichen. Tizza Covi und Rainer Frimmel verbinden reale Persönlichkeiten mit einer fiktionalisierten Geschichte über Erinnerung, Einsamkeit und Widerstand.
Der Film bietet einen Zugang für alle, die Wiener Geschichten, Musik und die Veränderungen der Stadt interessieren.
Öffentliche Vorstellungen am 3. November: um 20.45 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus sowie um 21 Uhr im Österreichischen Filmmuseum und im Historischen Saal des Metro. Dauer: 86 Minuten. Originalfassung mit englischen Untertiteln. Wer die Festivaltermine verpasst: Der reguläre Kinostart von „Wiener Blues – The Loneliest Man in Town“ ist für den 13. November angekündigt.
Tickets ab 8,50 Euro für Berechtigte
Ein reguläres Viennale-Einzelticket kostet 11,50 Euro. Die kostenlose Debut Card ermöglicht vergünstigte Tickets um 8,50 Euro für ausgewählte Filme. Sie richtet sich an Jugendliche von 14 bis 19 Jahren sowie an Schüler mit gültigem Schülerausweis auch über 19 Jahre. Registrierung und Nachweis sind erforderlich.
Zusätzlich gibt es das „Vermehrt Schönes!“-Ticket um 8,50 Euro: für Studierende, Schüler, Lehrlinge sowie Präsenz- und Zivildiener unter 27 Jahren und für Pensionisten. Es gilt für Vorstellungen vor 17.30 Uhr und ist gegen entsprechenden Nachweis ab einer Stunde vor Beginn an der jeweiligen Kinokasse erhältlich, nach Verfügbarkeit.
Untertitel prüfen und pünktlich kommen
„OmeU“ bedeutet Originalfassung mit englischen Untertiteln, „OmdU“ Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Bei der Auswahl lohnt deshalb ein Blick auf die konkrete Vorstellung.
Es gibt zugewiesene Sitzplätze. Tickets verlieren mit Vorstellungsbeginn ihre Gültigkeit. Bei ausverkauften Filmen werden 30 Minuten vor Beginn Wartenummern für mögliche Resttickets ausgegeben – eine Eintrittsgarantie ist das nicht.
Die genannten Termine entsprechen dem veröffentlichten Festivalprogramm. Kartenverfügbarkeit und mögliche Änderungen sollten vor der Buchung geprüft werden.