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Menschenhandel

Eltern sollen Kinder in Österreich zum Betteln gezwungen haben

Eltern sollen Kinder in Österreich zum Betteln gezwungen haben
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

27 Festnahmen, 248 mögliche Opfer und erschreckende Fälle von Ausbeutung: Eine europaweite Polizeiaktion zeigt, wie Menschenhandel mitten im Alltag stattfindet.

Bei einer europaweiten Polizeiaktion gegen Menschenhandel wurden 27 mutmaßliche Täter festgenommen. Die Behörden identifizierten zudem 248 Opfer und mögliche Opfer von Ausbeutung. Insgesamt wurden 182 neue Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie aus den von Europol und der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht.

Die Aktionswoche fand vom 14. bis 20. September statt. Mehr als 16.000 Einsatzkräfte aus 34 Ländern kontrollierten Personen, Betriebe, Fahrzeuge und Dokumente. Im Fokus standen Branchen wie Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Gastronomie, Nagelstudios und Massagesalons. Die Ermittler untersuchten auch Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung, erzwungenem Betteln und Zwangsarbeit in Privathaushalten.

Eltern sollen Kinder zum Betteln gezwungen haben

Auch in Österreich stießen die Ermittler auf einen erschreckenden Verdachtsfall: Eltern sollen ihre eigenen Kinder zum Betteln gezwungen und dadurch ausgebeutet haben. Der Verdacht kam bei Kontrollen lokaler Unternehmen ans Licht. Weitere Details zu dem Fall wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Die Aktion brachte auch in anderen Ländern schwere Fälle von Arbeitsausbeutung ans Licht. In Zypern entdeckten die Behörden einen Arbeiter auf einer Viehfarm, der täglich zehn Stunden arbeiten musste, ohne dafür bezahlt zu werden. Zudem soll er weder freie Tage gehabt haben noch über seinen Reisepass verfügen können, den ihm sein Arbeitgeber abgenommen haben soll. Auch seine Unterbringung soll äußerst schlecht gewesen sein.

63 mögliche Opfer in Deutschland identifiziert

In Deutschland identifizierten die Behörden 63 mögliche Opfer von Ausbeutung. Darunter waren auffällig viele Menschen aus Vietnam und China, die in der Gastronomie und in Nagelstudios tätig waren. Die Ermittler untersuchten unter anderem Verdachtsfälle von zu niedrigen Löhnen, illegaler Beschäftigung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Neben den 27 Festnahmen wegen mutmaßlichen Menschenhandels erfolgten weitere 86 Festnahmen im Zusammenhang mit anderen Straftaten. Dazu zählten unter anderem Delikte im Bereich illegaler Beschäftigung und Prostitution. Insgesamt wurden 182 neue Ermittlungen wegen Menschenhandels eingeleitet.

Brunner fordert engere Zusammenarbeit

EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner unterstrich die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen den europäischen Behörden. Ausbeutung finde häufig in alltäglichen Betrieben statt und bleibe deshalb lange unentdeckt.

Die Ergebnisse der Aktion zeigen, wie wichtig der Austausch von Informationen zwischen Polizei, Arbeitsinspektionen und weiteren Behörden ist. Nur durch koordinierte Ermittlungen können Betroffene besser geschützt und kriminelle Netzwerke wirksamer aufgedeckt werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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