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Kollektivvertrag

190.000 Beschäftigte bekommen mehr Geld ab November

190.000 Beschäftigte bekommen mehr Geld ab November
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ab November gibt es für rund 190.000 Beschäftigte mehr Geld. Doch wie viel davon bleibt nach Abzügen tatsächlich auf dem Konto?

Mit 1. November 2026 steigen die Löhne und Gehälter in der österreichischen Metallindustrie und den angeschlossenen Branchen. Rund 190.000 Beschäftigte profitieren von der zweiten Stufe eines bereits 2025 vereinbarten Zweijahresabschlusses. Die tatsächlichen Löhne und Gehälter steigen um 1,9 Prozent, die kollektivvertraglichen Mindestentgelte um 2,1 Prozent.

Die Sozialpartner bestätigten die vereinbarte Erhöhung im September 2026, ohne neuerliche Verhandlungen aufzunehmen. Grundlage war ursprünglich eine niedrigere Inflationserwartung. Die rollierende Inflation lag im Zeitraum von September 2025 bis August 2026 jedoch bei 3,3 Prozent. Damit bleibt das Lohnplus unter der tatsächlichen Teuerung.

Der Zweijahresabschluss sah außerdem Kaufkraftsicherungsprämien von insgesamt 1.000 Euro vor. Je nach Vereinbarung konnten Beschäftigte stattdessen zusätzliche freie Tage erhalten.

Diese Branchen bekommen mehr Geld

Die Erhöhung gilt für die sechs Fachverbände der Metallindustrie. Dazu zählen unter anderem die metalltechnische Industrie, die Fahrzeugindustrie, die Nichteisen-Metallindustrie, die Gießereiindustrie sowie die Bergwerke- und Stahlindustrie. Auch für Beschäftigte in Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen gilt ab 1. November dieselbe zweite Stufe des Abschlusses.

In diesen Bereichen steigen die tatsächlichen Löhne und Gehälter um 1,9 Prozent. Die kollektivvertraglichen Mindestentgelte, Lehrlingseinkommen und regulären Zulagen werden um 2,1 Prozent angehoben.

Mindestlohn steigt auf 2.622,74 Euro

Der niedrigste kollektivvertragliche Mindestlohn beziehungsweise das niedrigste Mindestgehalt in der Metallindustrie steigt auf 2.622,74 Euro brutto im Monat. Auch Lehrlinge profitieren von der Anpassung. Ihre kollektivvertraglichen Einkommen steigen ebenfalls um 2,1 Prozent.

Mehr Geld gibt es auch für Beschäftigte, die nachts oder in der dritten Schicht arbeiten. Die entsprechende Zulage steigt um 7,01 Prozent auf 3,754 Euro pro Stunde.

So viel mehr bleibt netto übrig

Wie viel von der Erhöhung tatsächlich auf dem Konto ankommt, hängt vom bisherigen Bruttogehalt und den individuellen Abgaben ab. Bei einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro beträgt das Lohnplus beispielsweise 57 Euro brutto. Davon bleiben laut einer vereinfachten Berechnung rund 33 Euro netto pro Monat.

Auch bei höheren Gehältern steigt der Nettobetrag, allerdings nicht immer im selben Verhältnis wie das Bruttogehalt. Grund dafür ist unter anderem der progressive Einkommensteuertarif: Mit steigendem Einkommen wird ein größerer Teil zusätzlicher Einkünfte höher besteuert.

**Bisher brutto**
**Plus brutto/Monat**
**Plus netto/Monat**
3.000 Euro 57 Euro ca. 33 Euro 3.500 Euro 66,50 Euro ca. 38 Euro 4.000 Euro 76 Euro ca. 37 Euro 5.000 Euro 95 Euro ca. 47 Euro

Hinweis: Die Netto-Beträge sind Näherungswerte aus der vereinfachten Berechnung von Finanz.at. Die tatsächliche Auszahlung kann je nach persönlicher Situation abweichen.

Verhandlungen in anderen Branchen laufen

Während die Erhöhung für die Metallindustrie bereits vereinbart ist, laufen die Kollektivvertragsverhandlungen in anderen großen Branchen. Bei den Eisenbahnen haben die Gespräche bereits begonnen. Auch in der IT-Branche und im Handel wird über neue Gehaltsabschlüsse verhandelt.

Im Handel, in dem rund 420.000 Beschäftigte und 19.000 Lehrlinge tätig sind, starteten die Verhandlungen am 22. Oktober. Die Gewerkschaft GPA fordert eine Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 3. November angesetzt.

Bereits abgeschlossen sind die jüngsten Anpassungen im Tourismus und bei der Österreichischen Post. Im Tourismus stiegen die Löhne mit 1. Oktober 2026 im Durchschnitt um 3,02 Prozent. Bei der Post gibt es seit Mitte September drei Prozent mehr Gehalt.

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KO KOSMO-Redaktion
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