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Wohnen und Integration in Favoriten: Ein Gespräch mit Bezirksrat Nikola Poljak

Wohnen und Integration in Favoriten: Ein Gespräch mit Bezirksrat Nikola Poljak
Bezirksrat Nikola Poljak. FOTO: Clemens Schmiedbauer
5 Min. Lesezeit |

KOSMO sprach mit Bezirksrat Nikola Poljak über die Herausforderungen in Favoriten, darunter Wohnen, Integration, Sicherheit und den Erhalt von Grünflächen. Poljak gab Einblicke in geplante Maßnahmen zur Verbesserung des Bezirkslebens.

KOSMO: Favoriten ist ein wachsender Bezirk, der mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist, darunter steigende Mietpreise und die Integration von Neubürgern. Wie geht der Bezirk mit diesen Herausforderungen um, und welche Lösungen schlagen Sie vor?

Nikola Poljak: Ich bin ein großer Fan unserer Stadträtin Kathrin Gaal. Das Eingreifen in den privaten Wohnungsmarkt, wenn Vermieter ihren Pflichten nicht nachkommen in dem die betroffenen Häuser unter Verwaltung der Stadt gestellt werden, finde ich lobenswert. Grade nach den fünf Jahren Stillstand unter der Schwarz-Grünen Regierung im Bereich Wohnen, sieht man nun auch bei der neuen Bundesregierung den Unterschied, wenn die SPÖ am Ruder sitzt. Die Mieterhöhungen wurden gestoppt. Wem das Thema wohnen wichtig ist, muss ganz klar am 27. April SPÖ wählen. Und zur Integration: Die Menschen sollen arbeiten dürfen. Für mich ist aber auch klar, dass es strenge Kontrollen braucht – damit neue Arbeitskräfte nicht unter schlechten Bedingungen beschäftigt werden und damit kein Lohndumping entsteht. Auch sollen ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verdrängt werden. Ich weiß, das ist eine große Herausforderung. Aber ohne klare Regeln und Fairness schaffen wir das nie.

KOSMO: Es gibt immer wieder Diskussionen über den Erhalt von Grünflächen in urbanen Gebieten. Wie sehen Sie den Spagat zwischen notwendigem Wohnbau und der Erhaltung von öffentlichen Grünräumen in Favoriten?

Nikola Poljak: Ich sehe darin keinen Widerspruch oder Spagat. Es braucht guten leistbaren Wohnraum und kostenlos zugängliche Parks. Ich wäre sofort dafür, dass man den Sportplatz meines alten Realgymnasiums in der Ettenreichgasse außerhalb der Unterrichtszeit, also auch am Wochenende, für die Nachbarschaft öffnet. Auch die schöne Grünoase des Theresianums sollte für alle Wiener geöffnet werden.

KOSMO: Sicherheit ist immer ein zentrales Thema. Wie schätzen Sie die aktuelle Sicherheitslage in Favoriten ein, und welche konkreten Maßnahmen setzen Sie, um das Sicherheitsgefühl der Anwohner zu verbessern?

Nikola Poljak: Ich wohne in der Nähe des Keplerplatzes und sehe die Situation differenziert: Fühle ich mich sicher? Ja. Stören mich die Dealer dort? Ja. Wieso stören sie mich? Weil dort ein netter Spielplatz und Ballspielkäfig ist, der von uns als Bezirk für Kinder gedacht ist. Es gibt viele nette Bankerl die für die Nachbarschaft und Ältere gedacht sind. Genau diese, meine liebe Nachbarschaft will ich dort sehen. Wenn der ein oder andere Erwachsene dort ein Bier trinken will, soll die Person das auch machen können. Als Bezirk geben wir viel Geld für Sozialarbeit im öffentlichen Raum aus. Wir haben sie in den letzten Jahren nochmal weiter ausgebaut. Die Sozialarbeiter arbeiten präventiv und holen die Menschen dort ab, wo sie gerade stehen. Ihnen bleibt aber bei kriminellen Tätigkeiten auch nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen. Der ÖVP Innenminister soll endlich seinen Job nachkommen. Der ist nämlich zuständig für die Polizei. Bisher war er nur bei uns, um schöne Fotos zu machen. Diese Schönwetterpiloten, a la Karner, Marchetti und wie sie alle aus der ÖVP heißen, sollen aufhören über uns zu reden und endlich ihrer Verantwortung nachkommen.

KOSMO: Favoriten hat eine große Vielfalt an sozialen und kulturellen Bedürfnissen. Wie fördert der Bezirk die soziale Arbeit, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden und benachteiligte Gruppen zu unterstützen?

Nikola Poljak: Ich sag immer, unter unserem Bezirksvorsteher Marcus Franz arbeiten ist eine Freude. Ihm sind junge Menschen so ein persönliches Anliegen. Wir haben viele sehr gute Mitarbeiter:innen bei der Parkbetreuung, den Kindertreffs, den Jugendzentren und beim Fair-Play-Team, deren großen Kostenanteil wir als Bezirk zahlen. Aber auch die Grätzelpolizisten möchte ich nicht unerwähnt lassen, die einen wahnsinnig wichtigen Teil dazu beitragen und ihr Image – vom Kontrollorgan hin als Ansprechperson für die Kids und Jugendliche – weiterzutragen und eine positive Beziehung aufzubauen. Unsere lieben Schulen, von Schulwart bis Schulleitung, beeindrucken mich auch immer wieder mit ihrem Engagement. Ich könnte bis morgen aufzählen. Das sind alles Friedensstifter in Bezug auf unser Zusammenleben.

KOSMO: Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur ist für viele Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung. Welche Initiativen werden in Favoriten ergriffen, um die Erreichbarkeit und den Ausbau von Offis zu verbessern?

Nikola Poljak: Ich finde die Wiener Linien, sind gleich nach dem Wiener Wasser und dem sozialen Wohnbau, eines der Besonderheiten unserer Stadt. Da wird ständig was weiterverbessert. Neue Garnituren. Neue Wartehäuschen. Klimatisierung uns vieles mehr. Als nächstes kommt der Ausbau der U2 bis zum Wienerberg und alles danach ist Zukunftsmusik.