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Mikronation

21-Jähriger gründet eigenen Staat zwischen Kroatien und Serbien

21-Jähriger gründet eigenen Staat zwischen Kroatien und Serbien
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein 21-Jähriger, ein Waldstreifen an der Donau – und der feste Wille, daraus einen echten Staat zu machen.

Was wie eine Spinnerei klingt, ist für einen 21-jährigen Australier bitterer Ernst: Daniel Jackson hat zwischen Kroatien und Serbien eine Mikronation ausgerufen und bezeichnet sich selbst als Präsident der sogenannten „Freien Republik Verdis“. Bereits als Teenager war Jackson auf das Gebiet aufmerksam geworden – auf einer Karte hatte er es entdeckt und begann von da an, sein Vorhaben systematisch zu planen. Rückhalt findet er vor allem bei jüngeren Europäerinnen und Europäern.

Wer Staatsbürger von Verdis werden möchte, muss unter anderem ein einwandfreies Vorstrafenregister vorweisen, ein persönliches Gespräch absolvieren und eine Gebühr von mindestens 350 Euro entrichten.

Umstrittenes Territorium

Das beanspruchte Territorium erstreckt sich über einen schmalen Waldstreifen entlang der Donau und umfasst eine Fläche von rund 75 Fußballfeldern. Jackson begründet seinen Anspruch damit, dass das Areal von keinem Staat eindeutig beansprucht werde – und erklärte es auf dieser Basis kurzerhand zu seinem eigenen Staatsgebiet.

Tatsächlich gibt es entlang der kroatisch-serbischen Grenze an der Donau aufgrund eines Streits über den Flussverlauf kleine Landstriche, die weder von Kroatien noch von Serbien beansprucht werden. Dennoch verweisen Völkerrechtler darauf, dass unbeanspruchte Territorien in der Praxis nicht automatisch für eine Staatsgründung freigegeben sind.

International anerkannt ist Verdis freilich nicht. Auch aus völkerrechtlicher Perspektive fehlt der Mikronation der Status eines Staates. Fachleute verweisen darauf, dass hierfür ein klar abgegrenztes Territorium, ein Staatsvolk sowie eine funktionierende Staatsgewalt unabdingbar seien. Das Konzept eines echten „Niemandslands“ sei im modernen Völkerrecht de facto nicht existent.

Dennoch hat Jackson seiner Mikronation die üblichen Attribute eines Staates verliehen. Verdis verfügt über eine eigene Flagge, Pässe mit Sicherheitsmerkmalen, eine Regierung, Botschafter und eine eigene Währung. Nach Angaben Jacksons haben sich bereits mehr als 400 Personen der Gemeinschaft angeschlossen, während knapp 2.800 weitere die Staatsbürgerschaft beantragt haben sollen.

Kroatiens Reaktion

Die kroatischen Behörden reagierten auf das Projekt mit klarer Ablehnung. Als Jackson und seine Anhänger versuchten, auf dem Gebiet eine Siedlung zu errichten, schritten kroatische Sicherheitskräfte ein. Mehrere Beteiligte wurden vorübergehend festgenommen und des Landes verwiesen.

Jackson selbst erhielt 2023 ein lebenslanges Einreiseverbot nach Kroatien – die Behörden stuften ihn als mögliche Bedrohung für die innere Sicherheit ein. An seinem Vorhaben hält Jackson dennoch fest.

Sein erklärtes Ziel ist es, Verdis langfristig als neutralen Staat zu etablieren und dort irgendwann selbst als gewöhnlicher Bürger zu leben.