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DEUTSCHLAND

250.000 Euro mit „Ritual“ gestohlen: Hellseherin Silvija S. muss 3 Jahre hinter Gitter

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Die Hellseherin Silvija S. (28) hat einer Hamburgerin 250.000 Euro durch ein „Geld-Opfer-Ritual“ gestohlen. Dafür muss sie nun ins Gefängnis.

Die 54-jährige Geschädigte, die als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet, lernte die vermeintliche Hellseherin in einem Café kennen. Die zwei Frauen freundeten sich an. Das spätere Opfer erzählte Silvija S. von ihrer schwerkranken Schwägerin.

„Besessen von einem asiatischen Dämon“ lautete die Diagnose der Hellseherin. Um diesen zu besiegen, bräuchte sie 300.000 Euro in bar. „Es klingt hirnrissig, wenn man das jetzt hört, aber ich hatte so eine Angst um meine Schwägerin“, erklärte die 54-Jährige vor Gericht. Ihr Bruder und ihre Schwägerin liehen ihr gutgläubig 250.000 Euro.

Zaubersprüche und Reinigungsbad
Am 28. August 2018 wurde das Ritual schließlich durchgeführt. Mit viel Hokuspokus wickelte Silvija S. das Geld in Klarsichtfolie und tat so, als würde sie selbst noch 50.000 Euro dazulegen. Nach gesprochenen „Zaubersprüchen“ schob sie das Paket unter die Matratze des Opfers. Danach forderte sie die 54-Jährige auf, ein „Reinigungsbad“ mit Zucker und Weihrauch zu nehmen.

Außerdem solle sie alle Kontaktnachweise zur Hellseherin löschen, um „sich von der Vergangenheit zu lösen“. Das Paket durfte sie selbstverständlich nicht ansehen, da man damit den Erfolg des Rituals gefährden würde.

Böse Überraschung nach einigen Wochen
Dennoch sieh das Opfer einige Wochen später unter die Matratze und fand dort nur noch Spielgeld mit dem Aufdruck „Party Poker“ vor. Später erkannte die 54-Jährige die mehrfach vorbestrafte Silvija S. wieder. „Du hast mir Freundschaft versprochen, ich habe dich echt geliebt und du machst so eine Scheiße. Du musst damit leben, dass du der letzte Dreck bist“, sagte die Geschädigte zur Angeklagten im Gerichtssaal.

Die Hellseherin wurde wegen Diebstahls zu drei Jahren Haft verurteilt. Silvija S. hatte wegen ähnlicher Abzockereien seit 2014 bereits drei Bewährungsstrafen kassiert.

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