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Pharmazeutika

801.863 gefälschte Medikamente in Österreich beschlagnahmt (FOTOS)

(FOTO: iStock/Santje09)
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Der österreichische Zoll hat im Jahr 2023 einen beeindruckenden Fang gemacht. 801.863 gefälschte und illegale Medikamente wurden aus dem Verkehr gezogen. Ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, jedoch ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Markt für illegale Pharmazeutika weiterhin floriert.

In einer Welt, in der die Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden kontinuierlich steigt, bleiben die Machenschaften der Produktpiraten leider eine konstante Gefahr. Trotz eines Rückgangs der Zahlen im Vergleich zu 2022, zeigt der neueste Bericht des Bundesministeriums für Finanzen eine besorgniserregende Kontinuität des illegalen Medikamentenhandels in Österreich.

Alarmierendes Ausmaß trotz Rückgang

Der Generaldirektor der PHARMIG, Alexander Herzog, drückt seine Besorgnis aus: „Der illegale Handel ist weiterhin auf dem Vormarsch. Das Ausmaß ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass wohl nicht alles lückenlos aufgegriffen werden konnte, was illegal nach Österreich geliefert wurde. Jedes gefälschte Arzneimittel, das sich im Umlauf befindet, ist eines zu viel. Und stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für die Bevölkerung dar“. Der Hinweis auf Europol’s Operation Shield IV unterstreicht das globale Ausmaß dieser Gefahr. Es wurden gefälschte Arzneimittel im Wert von 64 Millionen Euro konfisziert.

Gefährliche Substanzen im Umlauf

Diese illegalen Produkte, oft handwerkliche Machwerke von Fälscherbanden, bergen ernste Risiken. Die Wahrscheinlichkeit von Verunreinigungen durch Schadstoffe, falsche Dosierungen und insgesamt mindere Qualität könnte, in den schlimmsten Fällen, tödliche Folgen haben. Eine gesicherte Lieferkette über Hersteller, Großhandel bis hin zur Apotheke garantiert hingegen Qualität und Sicherheit.

Potenzmitteln bis Schmerztabletten

Besonders erschreckend ist die Zusammensetzung der Funde. Unter den meistbeschlagnahmten Artikeln finden sich vermeintliche Potenzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Präparate zur Schmerz- und Entzündungshemmung. Die Vertriebskanäle sind ebenso raffiniert wie gefährlich, oftmals werden diese Produkte über Online-Portale vertrieben, die sich als seriöse Anbieter tarnen.

Herzog warnt die Konsumenten

Herzog rät der Bevölkerung zur Vorsicht: „Der Verkauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln über das Internet ist verboten. Wer rezeptpflichtige Arzneimittel in der öffentlichen oder bei einer ärztlichen Hausapotheke erwirbt, kann unnötige Risiken für die Gesundheit vermeiden und Fälscherbanden das Handwerk legen. Selbst bei einem rezeptfreien Medikament sollte darauf geachtet werden, nur bei zertifizierten Internet-Apotheken zu bestellen“. Weitere Informationen zur sicheren Erkennung von Online-Apotheken bietet das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen auf seiner Website.

Die fortwährende Arbeit der PHARMIG, die als freiwillige Vertretung der Pharmaindustrie in Österreich fungiert und deren Mitglieder etwa 95 Prozent des Medikamentenmarktes abdecken, spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Arzneimittelversorgung und der Sicherheit der Bevölkerung.

Quelle: OTS