Ein nächtliches Beben erschüttert die Westküste der Türkei und hinterlässt Spuren der Verwüstung. In mehreren Provinzen zitterte die Erde minutenlang.
📍 Ort des Geschehens
Ein Toter und 29 Verletzte
Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala kam im westlichen Teil der Türkei ein 81-jähriger Mann ums Leben. Das Beben erschütterte am Sonntagabend den Bezirk Sindirgi in der Provinz Balikesir. Nach Angaben der türkischen Behörden wurden 29 Menschen verletzt. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von elf Kilometern, rund 52 Kilometer von der Stadt Balikesir entfernt. Anwohner berichteten, dass die Erschütterungen zwischen zehn und 20 Sekunden andauerten.
Die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD bestätigte offiziell die Magnitude von 6,1 in einer Tiefe von elf Kilometern. Das Europäische Seismologie-Zentrum EMSC stufte das Ereignis mit einer Magnitude von 6,0 ein. Die Erdstöße waren auch in Istanbul, Bursa, Kocaeli, Izmir und weiteren umliegenden Provinzen deutlich zu spüren, wie die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ berichtete.
In der Nacht nach dem Hauptbeben registrierten Seismologen etwa hundert Nachbeben mit Stärken zwischen zwei und 4,5. Am Montagmorgen wurde zudem ein weiteres Beben mit einer Stärke von 3,2 nahe der Hauptstadt Ankara im Bezirk Etimesgut verzeichnet. Die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD (Katastrophen- und Notfallmanagement) meldete außerdem ein Nachbeben der Stärke 3,7 im Bezirk Sindirgi, das sich in einer Tiefe von etwa sieben Kilometern ereignete.
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Schäden und Verletzte
Innenminister Ali Yerlikaya, der umgehend in das Katastrophengebiet reiste, gab bekannt, dass bei dem Erdbeben insgesamt 29 Menschen verletzt wurden, jedoch niemand schwer. „In 16 Dörfern gibt es eingestürzte Gebäude, 12 Häuser mussten geräumt werden“, erklärte der Minister vor Ort. Die Behörden bezifferten die Gebäudeschäden auf mindestens 16 eingestürzte Häuser in der betroffenen Region.
Gesundheitsminister Kemal Memisoglu teilte mit, dass sich insgesamt 52 Personen in Krankenhäusern gemeldet hätten, von denen 29 zur Behandlung aufgenommen wurden. „Ich bete um Gottes Gnade für unseren verstorbenen Mitbürger und spreche seiner Familie mein Beileid aus. Allen Verletzten wünsche ich rasche Genesung“, so Memisoglu.
Behördliche Maßnahmen
Das Hauptkommando der Gendarmerie informierte über soziale Netzwerke, dass unmittelbar nach dem Beben Einsatzteams mit der Schadensbeurteilung und Geländeuntersuchung in der Region begonnen haben. Die Behörden leiteten umfangreiche Rettungs- und Schadensbewertungen vor Ort ein, um das volle Ausmaß der Verwüstung zu erfassen.
Als Vorsichtsmaßnahme ordnete das Büro des Gouverneurs die eintägige Schließung aller Sommerschulen in der gesamten Provinz an. Zudem wurden schwangere Frauen und Menschen mit Behinderungen, die in öffentlichen Einrichtungen arbeiten, vorübergehend freigestellt.