Während im Wiener Straßennetz nur 13 Prozent der Namen weiblich sind, geht die Seestadt einen anderen Weg: Sieben neue Verkehrsflächen ehren außergewöhnliche Frauen.
In der Seestadt in Wien trägt seit dem Vorjahr eine Allee den Namen Jina-Mahsa Amini – jener jungen Iranerin, deren Tod weltweite Protestbewegungen auslöste. Diese Benennung symbolisiert die Solidarität mit Frauen, die für Freiheitsrechte kämpfen.
Zwischen dem Zaha-Hadid-Platz und dem Nelson-Mandela-Platz entstehen nun zwei weitere nach Frauen benannte Verkehrswege: die Friederike-Mayröcker-Straße und die Senta-Wengraf-Gasse, die an bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur erinnern.
Das südöstliche Gewerbequartier, Standort von Unternehmen wie Biomay, HOERBIGER und Wien Energie, erhält mit der Mária-Telkes-Straße und der Edith-Neumann-Straße zwei Verkehrswege, die das Andenken an herausragende Wissenschaftlerinnen bewahren.
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Sportliche Pionierinnen
In unmittelbarer Nähe zum künftigen Trainingszentrum des Österreichischen Fußballbundes und dem geplanten städtischen Hallenbad werden drei neue Wege angelegt, die sportliche Pionierinnen würdigen: der Judith-Deutsch-Weg, der Bertha-Zahourek-Weg und der Edith-Klinger-Weg.
Mit diesen Neubenennungen umfasst die Seestadt mittlerweile 64 nach Frauen benannte Verkehrsflächen – ein deutlicher Kontrast zum restlichen Wiener Straßennetz, wo weibliche Namen lediglich 13 Prozent der Benennungen ausmachen.
Weibliche Sichtbarkeit
Die Benennungsstrategie wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut WISDOM (Wiener Institut für sozialwissenschaftliche Dokumentation und Methodik) und einem Expertengremium entwickelt. Ein zentraler Grundsatz dabei: Personenbezogene Straßennamen sollen ausschließlich Frauen ehren.
„Mit jeder neuen Benennung demonstrieren wir, dass auch weniger bekannte Frauenpersönlichkeiten durch die Würdigung ihres Lebenswerks öffentliche Sichtbarkeit erlangen können“, erklärt Ingrid Spörk von der Wien 3420 AG.
Die Lebensgeschichten aller Namensgeberinnen sind in der digitalen Publikation „Die Seestadt ist weiblich“ dokumentiert.
Der Stadtteil setzt damit konsequent seinen Weg fort, den öffentlichen Raum verstärkt weiblich zu prägen.
Vorreiter im europäischen Vergleich
Die am 7. Mai 2025 offiziell bekanntgegebenen Neubenennungen unterstreichen die Vorreiterrolle der Seestadt Aspern im Bereich der Gleichstellung im öffentlichen Raum. Während in vielen europäischen Städten Frauennamen oft auf kleinere Nebenstraßen oder weniger prominente Plätze beschränkt bleiben, werden in der Seestadt bewusst auch Hauptverkehrswege nach bedeutenden Frauen benannt.
Die digitale Publikation „Die Seestadt ist weiblich“ wurde im April 2025 aktualisiert und steht online zum Download bereit. Sie bietet einen umfassenden Einblick in die Biografien aller Namensgeberinnen und macht deren Leistungen für die Öffentlichkeit zugänglich.