Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Umstellung

Steuer-Schock: Finanzamt sperrt Millionen Österreicher aus

Steuer-Schock: Finanzamt sperrt Millionen Österreicher aus
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Digitale Steuererklärung boomt: Mehr als sechs Millionen Österreicher wickeln ihre Finanzangelegenheiten online ab. Doch bald ändert sich der Login grundlegend.

Über 6,5 Millionen Österreicher erledigen ihre Steuerangelegenheiten mittlerweile digital über FinanzOnline. Im vergangenen Jahr wurden mehr als sechs Millionen Arbeitnehmerveranlagungen abgewickelt, wobei der digitale Anteil bei beachtlichen 83 Prozent lag. Diese Zahlen stellen eine Steigerung von etwa zehn Prozent gegenüber 2020 dar, wie Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) bei ihrer Präsentation am Mittwoch bekannt gaben.

Ab Oktober 2025 wird die Anmeldung bei FinanzOnline ausschließlich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung möglich sein. Nutzer müssen dann neben ihren Zugangsdaten eine zusätzliche Bestätigung über ein zweites Gerät, typischerweise ein Smartphone, eingeben. Diese Umstellung entspricht aktuellen technischen Standards und gesetzlichen Anforderungen.

⇢ „Sofort zahlen oder Pfändung“: Finanzbehörde schlägt Alarm

Wer die erhöhte Sicherheit bereits jetzt nutzen möchte, kann seit Februar freiwillig auf das aus dem Online-Banking bekannte Verfahren umsteigen. „Mit rund sechs Millionen Arbeitnehmerveranlagungen jährlich, davon 83% online, ist das die bedeutendste Anwendung von FinanzOnline“, betont Marterbauer. Und weiter: „Mit der 2-Faktor-Authentifizierung, die ab Oktober verpflichtend ist, wird die Sicherheit der persönlichen Daten nochmals erhöht.“

Österreichisches Erfolgsmodell

Staatssekretärin Eibinger-Miedl hebt hervor: „FinanzOnline ist ein österreichisches Erfolgsmodell.“ Sie versichert zugleich, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Steuerangelegenheiten weiterhin auf konventionellem Weg mit den entsprechenden Formularen der Finanzbehörde erledigen können.

Künftig kann der Zugriff auf FinanzOnline unter anderem über die ID Austria (digitaler Identitätsnachweis für Behördengänge) erfolgen, die zahlreiche digitale Behördenwege ermöglicht und bereits alle Voraussetzungen für eine sichere Zwei-Faktor-Authentifizierung erfüllt. Nutzer der ID Austria benötigen keine separate Registrierung für FinanzOnline.

Alternative Möglichkeiten und Unterstützungsangebote

Für Nutzerinnen und Nutzer, die keine ID Austria verwenden können oder möchten, steht ab Februar 2025 eine alternative Zwei-Faktor-Authentifizierung zur Verfügung, die direkt in FinanzOnline eingerichtet werden kann. Hierfür ist ein Smartphone mit einer Authenticator-App wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator erforderlich, wobei auch Lösungen für Desktop-PCs und Laptops angeboten werden.

Bei Verlust oder Wechsel des Geräts kann die Zwei-Faktor-Authentifizierung mithilfe eines Wiederherstellungscodes eigenständig wieder aktiviert werden, um den Zugang zu sichern und Ausfälle zu vermeiden.

Für technische Fragen zur Einrichtung und Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet das Finanzministerium eine eigene Hotline an, die von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr erreichbar ist. Persönliche Unterstützung bei der Registrierung zur ID Austria erhalten Bürgerinnen und Bürger zudem bei Gemeindeämtern, Passämtern, Magistratischen Bezirksämtern, Bezirkshauptmannschaften sowie den Landespolizeidirektionen und Finanzämtern.

Millionen Bürgerkontakte

Daneben werden alternative Anmeldemethoden zur Verfügung stehen. Die österreichische Finanzverwaltung verzeichnet jährlich etwa 3,5 Millionen Bürgerkontakte, überwiegend telefonisch, aber auch 350.000 persönliche Termine vor Ort.

Die häufigsten Anliegen betreffen die Arbeitnehmerveranlagung und Fragen zur Familienbeihilfe.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen