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Mietwagen-Schock: Bis zu 165 Prozent Preisunterschied im Urlaubsparadies

Mietwagen-Schock: Bis zu 165 Prozent Preisunterschied im Urlaubsparadies
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Mietauto im Urlaub: Preisunterschiede von bis zu 165 Prozent sorgen für böse Überraschungen. Wer clever bucht, kann hunderte Euro sparen und Ärger vermeiden.

Wer im Urlaub flexibel sein möchte, greift häufig zum Mietauto. Doch die Preisunterschiede sind beachtlich, wie eine aktuelle Erhebung zeigt. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat die Kosten für Leihwagen an 18 beliebten Ferienzielen unter die Lupe genommen und dabei Preisdifferenzen von bis zu 165 Prozent festgestellt. Urlauber sollten daher verschiedene Angebote sorgfältig vergleichen und ihre Buchung idealerweise von zuhause aus direkt beim Anbieter vornehmen.

Für ihre Untersuchung recherchierte die AK (Arbeiterkammer) Oberösterreich die Preise von sechs verschiedenen Mietwagenfirmen für die erste Augustwoche 2025 im Internet. Die Erhebung umfasste Destinationen auf den griechischen Inseln, Zypern, Sardinien, Sizilien sowie in Spanien, Portugal, Frankreich und Kroatien. Dabei wurde jeweils nach dem günstigsten verfügbaren Fahrzeugmodell gesucht, das alle Steuern, unbegrenzte Kilometer, Vollkasko- und Diebstahlversicherung sowie die Option für ein Navigationssystem beinhaltete.

Regionale Preisunterschiede

Das Ergebnis zeigt deutliche regionale Unterschiede: Den absoluten Preistiefpunkt für ein Leihauto ohne Selbstbehalt ermittelte die AK auf Gran Canaria mit 202 Euro. In den meisten untersuchten Urlaubsregionen bot Sunny Cars die kostengünstigsten Optionen ohne Selbstbehalt an. Am oberen Ende der Preisskala rangieren dagegen Lissabon, Madeira und Sardinien. Besonders extrem fiel der Preisunterschied in der portugiesischen Hauptstadt aus: Während das günstigste Angebot ohne Selbstbehalt bei 333 Euro lag, kostete die teuerste Variante 888 Euro – eine Differenz von satten 555 Euro.

Bei Angeboten mit Selbstbehalt können im Schadensfall erhebliche Zusatzkosten auf Urlauber zukommen. Laut den ausgewerteten Angeboten können diese bis zu 2.783 Euro betragen. Der Vergleich zwischen den günstigsten Angeboten mit und ohne Selbstbehalt ergab durchschnittliche Mehrkosten von 90 Euro pro Woche für den vollständigen Versicherungsschutz. Sicherheitsbewusste Reisende sollten daher eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt in Betracht ziehen.

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Buchungstipps

Die Arbeiterkammer rät Urlaubern, sich für den Preisvergleich ausreichend Zeit zu nehmen und nicht auf vermeintliche Schnäppchenangebote hereinzufallen. Eine Direktbuchung beim Anbieter ist empfehlenswert, da Online-Vermittlungsplattformen bei auftretenden Problemen erfahrungsgemäß wenig Unterstützung bieten und selten preiswerter sind. Eine Ausnahme bildet der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club), der einen Online-Vergleich zwischen Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt anbietet. Die dort angegebenen Preise umfassen einen umfangreichen Versicherungsschutz ohne Selbstbehalt, und Mitglieder profitieren von Rabatten bis zu fünf Prozent.

Vor der Unterzeichnung sollten Mieter den Vertrag gründlich prüfen und sicherstellen, dass alle wichtigen Regelungen enthalten sind. Besonders zu beachten sind der Versicherungsschutz (Haftpflichtversicherung, Mindestversicherungssumme, Vollkasko- und Diebstahlversicherung, mit oder ohne Selbstbehalt), die Tankregelung, Bestimmungen zu zusätzlichen Fahrer:innen, das Mindestalter der Fahrer:innen sowie das vorgeschriebene Verhalten im Schadensfall. Bei der Fahrzeugübernahme sollten Urlauber darauf achten, nicht für unnötige Zusatzversicherungen doppelt zur Kasse gebeten zu werden.

Versteckte Kosten und Stornierungsbedingungen

Ein oft unterschätzter Aspekt bei der Mietwagenreservierung sind die Stornierungsbedingungen. Viele Anbieter verlangen nach Ablauf einer meist sehr kurzen kostenlosen Frist hohe Stornogebühren, die bei manchen Anbietern sogar bis zu 100 Prozent des Mietpreises betragen können. Besonders bei Buchungen über Vermittlungsportale sind diese Bedingungen häufig unübersichtlich gestaltet und schwer zu finden.

Auch versteckte Zusatzkosten können den zunächst günstig erscheinenden Preis erheblich in die Höhe treiben. Während der günstige Grundpreis prominent beworben wird, werden Servicegebühren oder Zuschläge für zusätzliche Fahrer:innen oft erst im Buchungsprozess oder sogar erst bei der Fahrzeugübernahme ersichtlich. Laut Untersuchungen der Arbeiterkammer sind Direktbuchungen beim Anbieter nicht nur bei Problemen vorteilhafter, sondern auch hinsichtlich der Transparenz zu empfehlen.

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Expertinnen und Experten empfehlen zudem eine frühzeitige Buchung, die nicht nur günstigere Preise sichert, sondern auch transparentere Vertragsbedingungen und eine größere Auswahl an Fahrzeugkategorien bietet. Besonders in der Hauptsaison 2025 ist mit erhöhter Nachfrage und damit verbundenen Preisanstiegen zu rechnen.

Eine gründliche Inspektion des Fahrzeugs vor der Übernahme ist unerlässlich. Alle bereits vorhandenen Schäden sollten vom Vermieter dokumentiert werden. Bei der Rückgabe empfiehlt es sich, eine schriftliche Bestätigung über den schadensfreien Zustand des Fahrzeugs einzuholen.

Falls bei der Rückgabe kein Mitarbeiter anwesend ist, kann ein Vollkaskoschutz ohne Selbstbehalt spätere Auseinandersetzungen vermeiden.