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Preisschock

57 Cent mehr pro Liter: Warum sich der Umweg von der Autobahn lohnt

57 Cent mehr pro Liter: Warum sich der Umweg von der Autobahn lohnt
(FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Die Preisfalle schnappt an der Autobahn zu: Bis zu 57 Cent mehr pro Liter Kraftstoff zahlen Autofahrer an Raststätten – ein kurzer Umweg lohnt sich fast immer.

Autofahrer zahlen an Autobahntankstellen drastische Aufschläge für Kraftstoffe. Dies belegt eine aktuelle Stichprobe des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), die erhebliche Preisunterschiede zwischen Tankstellen an und abseits der Autobahn aufdeckt.

Die Kraftstoffpreise in Deutschland liegen deutlich über dem Niveau vergangener Jahre. Kein Wunder, dass eine überwältigende Mehrheit der Autofahrer – laut ADAC-Umfrage 82 Prozent – für den Tankvorgang die Autobahn verlässt, selbst wenn dies einen Umweg bedeutet. Eine neue Untersuchung des Automobilclubs zeigt nun, wie berechtigt dieses Verhalten ist.

Der Vergleich zwischen Tankstellen an Autobahn-Rastanlagen und jenen nach der nächsten Ausfahrt offenbart erhebliche Preisdifferenzen. Zum Erhebungszeitpunkt mussten Autofahrer durchschnittlich 43,7 Cent mehr pro Liter Super E10 und 42,5 Cent mehr für Diesel an Autobahntankstellen zahlen. In Extremfällen waren die Unterschiede noch gravierender – bei einem Tankstellenpaar betrug die Differenz bei Super E10 sogar über 57 Cent und bei Diesel fast 54 Cent.

Für die Erhebung bildete der ADAC 50 Vergleichspaare entlang der 15 längsten deutschen Autobahnen. Jedes Paar bestand aus einer Autobahntankstelle und der nächstgelegenen Tankstelle nach der ersten Ausfahrt. Die Datensammlung erfolgte zwischen dem 12. und 27. April 2025, wobei der Automobilclub auf Informationen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zurückgriff.

Extreme Preisunterschiede

Die Ergebnisse sind eindeutig: 90 Prozent der untersuchten Autobahntankstellen verlangten bei Super E10 einen Aufpreis von mindestens 30 Cent pro Liter, bei Diesel waren es 88 Prozent. Besonders auffällig: Fast ein Viertel der Anbieter (24 Prozent) berechnete bei Super E10 sogar 50 Cent oder mehr Aufschlag, bei Diesel waren es immerhin noch 18 Prozent.

Obwohl Kraftstoffpreise ständigen Schwankungen unterliegen, ist die Empfehlung des ADAC unmissverständlich: Durch das Verlassen der Autobahn können Autofahrer in der Regel über 20 Prozent, in Spitzenfällen sogar mehr als 30 Prozent sparen – und das oft mit minimalem Umweg zu Tankstellen in Ausfahrtnähe.

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Besonders bei einer Komplettbetankung summieren sich die Einsparungen erheblich. Eine Modellrechnung für einen Mittelklassewagen mit 50-Liter-Tank verdeutlicht dies: Basierend auf den ermittelten Durchschnittspreisen kostet eine Tankfüllung Super E10 an der Autobahn 105,80 Euro, abseits davon nur 83,97 Euro – eine Ersparnis von rund 22 Euro. Bei Diesel beträgt die Differenz etwa 21,30 Euro.

Auffällig ist auch das unterschiedliche Preisverhalten: Etwa ein Drittel der Autobahntankstellen änderte während des 16-tägigen Untersuchungszeitraums ihre Preise überhaupt nicht. Der Literpreis für Super E10 lag an Autobahntankstellen durchgängig über 2,11 Euro, Diesel kostete stets mehr als 2,00 Euro pro Liter.

Preisdynamik und Ausnahmen

Die Tankstellen abseits der Autobahn zeigten eine deutlich höhere Preisdynamik. Während an Autobahntankstellen durchschnittlich zwei bis drei Preisänderungen pro Tag stattfanden, registrierte der ADAC bei den Vergleichstankstellen fast 22 tägliche Anpassungen – also nahezu achtmal so viele. An einer Tankstelle abseits der Autobahn wurden sogar 38 Preisänderungen an einem einzigen Tag verzeichnet.

Die neuesten Daten des ADAC zeigen, dass die Preisaufschläge im Laufe des Jahres 2025 weiter gestiegen sind. Der durchschnittliche Aufpreis für Super E10 liegt mittlerweile bei 44 Cent pro Liter, während Diesel-Fahrer rund 43 Cent mehr zahlen als an Tankstellen abseits der Autobahn. Diese Preisschere hat sich damit im Vergleich zu früheren Erhebungen nochmals vergrößert.

Die Betreiber rechtfertigen ihre hohen Aufschläge mit verschiedenen Faktoren wie Konzessionsgebühren, erhöhten Personalkosten durch den 24-Stunden-Betrieb sowie der Instandhaltung von Parkplätzen, Restaurants und sanitären Einrichtungen. Nach Einschätzung des ADAC erklären diese Mehrkosten jedoch nicht die teilweise extremen Preisaufschläge.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Die Tankstelle auf der Rastanlage Fuchsberg Nord an der A20 in Mecklenburg-Vorpommern – die einzige im Test, die nicht zur Tank & Rast-Gruppe gehört – bewies, dass auch an der Autobahn faire Preise möglich sind. Hier kostete Diesel nur knapp einen Cent mehr als in Neukloster abseits der Route, bei Super E10 betrug der Aufschlag lediglich sechs Cent.

Für kostenbewusstes Tanken empfiehlt sich, bereits am Vorabend einer längeren Autobahnfahrt an einer günstigen Tankstelle vollzutanken und bei Bedarf die Autobahn zu verlassen. Zusätzlich können folgende allgemeine Tipps die Kraftstoffkosten senken: Abends statt morgens tanken, da die Preise zwischen 19 und 22 Uhr am niedrigsten sind – morgens nach 7 Uhr zahlt man für Benzin durchschnittlich 12,5 Cent mehr, für Diesel 13,3 Cent.

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KO KOSMO-Redaktion
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