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Preisschock

354 Euro für den ersten Strandplatz! So explodieren die Preise im Urlaubsland!

354 Euro für den ersten Strandplatz! So explodieren die Preise im Urlaubsland!
Symbolbild FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Italiens Strände locken Millionen, doch der Sonnenspaß wird teurer: Bis zu 100 Euro täglich für Schirm und Liegen. Die Preisspirale treibt Urlauber zunehmend an freie Küstenabschnitte.

Italien erlebt derzeit einen regelrechten Urlaubsboom. Fast 30 Millionen Einheimische planen in diesem Jahr einen Strandurlaub, hinzu kommen zahlreiche ausländische Gäste, darunter viele aus Österreich. Die meisten Badeurlauber entscheiden sich für die klassischen „Stabilimenti balneari“ (italienische Strandbäder mit Service), wo sie Liegen und Sonnenstühle mieten. Allerdings macht sich die Inflation auch hier deutlich bemerkbar, wie Konsumentenschutzverbände bestätigen – die Preise sind teilweise erheblich gestiegen.

Die italienische Verbraucherorganisation „Altroconsumo“ führte Anfang August eine anonyme Erhebung in 213 Strandbädern an elf beliebten Urlaubsorten durch. Untersucht wurden die Kosten für ein Standardpaket aus einem Sonnenschirm und zwei Liegen. Das Ergebnis zeigt deutliche Preisunterschiede je nach Standort und Position am Strand, wobei besonders zwischen der ersten Reihe und den hinteren Bereichen große Differenzen bestehen.

Im Durchschnitt stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um etwa 5 Prozent. Seit 2021 hat sich der durchschnittliche Wochenpreis für einen Strandplatz von 182 Euro auf 212 Euro erhöht – ein Anstieg von 17 Prozent binnen vier Jahren.

Preisexplosion am Strand

Vor der Pandemie zahlten Urlauber für die Grundausstattung aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm weniger als 10 Euro pro Tag. Heute sind Tagespreise zwischen 30 und 40 Euro nahezu Standard, mancherorts werden sogar bis zu 100 Euro verlangt – Luxusresorts wie im toskanischen Forte dei Marmi noch nicht eingerechnet.

An der ligurischen Riviera liegt Alassio laut der Untersuchung an der Preisspitze: In den ersten vier Reihen beträgt der durchschnittliche Wochenpreis 340 Euro, wobei für die erste Reihe sogar bis zu 354 Euro fällig werden. Auch andere Urlaubsziele wie Alghero auf Sardinien mit 251 Euro pro Woche oder Viareggio in der Toskana mit 217 Euro gehören zu den kostspieligeren Destinationen.

Am günstigsten schneidet der Adria-Badeort Rimini ab, wo Urlauber durchschnittlich 150 Euro pro Woche bezahlen, für die erste Reihe 166 Euro.

Neben den reinen Mietkosten für die Strandausstattung belasten zusätzliche Gebühren das Urlaubsbudget. Duschen, Umkleidekabinen, Spielmöglichkeiten für Kinder, Toilettennutzung oder Kühlschrankzugang werden oft separat berechnet. So können die täglichen Ausgaben für einen Sonnenschirm mit zwei Liegen schnell auf bis zu 55 Euro ansteigen.

Freie Strände gesucht

Angesichts dieser Entwicklung gewinnen freie Strände als Alternative zunehmend an Attraktivität. Allerdings werden diese laut Altroconsumo immer seltener. Verantwortlich dafür sei vor allem die jahrzehntelange Praxis der automatischen Verlängerung von Strandkonzessionen, die den Wettbewerb einschränkt und den Zugang zu öffentlichen Stränden erschwert.

Der Strand von Capocotta südlich von Rom stellt eine Ausnahme dar. Mit seinem gut erhaltenen Dünensystem bildet er ein Küsten-Naturschutzgebiet von hoher ökologischer Bedeutung. Die mehrere Kilometer lange Küste mit ihrem weichen Sand kommt ohne Strandbäder und Liegevermietung aus. Hier muss niemand für das Baden bezahlen.

Besonders jüngere Besucher bevorzugen diesen frei zugänglichen Strand, nicht zuletzt aufgrund der hohen Preise in den kommerziellen Strandbädern. Immer mehr junge Menschen können sich die steigenden Kosten der Stabilimenti balneari nicht mehr leisten und weichen daher auf die wenigen verbliebenen freien Strandabschnitte aus.

Die Verbraucherorganisation hat eine Petition initiiert, die bisher rund 8.000 Unterstützer gefunden hat. Ziel ist eine grundlegende Reform des Systems.

⇢ An diesen Stränden ist Liegen mit Handtuch verboten!

Angestrebt wird ein gerechter Zugang zu den Stränden für alle Bevölkerungsgruppen sowie die Vergabe neuer Konzessionen ausschließlich durch transparente Ausschreibungen, bei denen Qualität, Nachhaltigkeit und der zu erwartende Umsatz als Kriterien berücksichtigt werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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