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Verschwörungstheorien

Mysteriöse Todesserie vor NRW-Wahl: Sechs AfD-Kandidaten sterben

Mysteriöse Todesserie vor NRW-Wahl: Sechs AfD-Kandidaten sterben
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Sechs verstorbene AfD-Kandidaten vor der NRW-Kommunalwahl sorgen für Spekulationen. Während Verschwörungstheorien kursieren, deuten offizielle Angaben auf natürliche Todesursachen hin.

Die Zahl der verstorbenen AfD (Alternative für Deutschland)-Kandidaten vor der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl hat sich auf sechs erhöht. Wie aus einer Recherche von „Politico“ hervorgeht, sind zu den vier bereits bekannten Fällen zwei weitere Kandidaten von der Reserveliste hinzugekommen. Laut Angaben eines AfD-Sprechers in Nordrhein-Westfalen sei einer der Verstorbenen an Nierenversagen nach einer Leber-Vorerkrankung gestorben, während der andere Suizid begangen habe.

Während im Internet Verschwörungstheorien über angeblich „ermordete“ Politiker kursieren, äußerte sich AfD-Landesvizechef Kay Gottschalk zurückhaltend. Der 59-Jährige, der auch als Bundesvizechef der Partei fungiert, erklärte gegenüber „Politico“, dass die vorliegenden Informationen keinen Anlass böten, von etwas anderem als einem Zufall auszugehen. Dennoch wolle man die Fälle prüfen, „ohne gleich in ein verschwörungstheoretisches Fahrwasser zu kommen“, so der Bundestagsabgeordnete.

Polizeiliche Einschätzung

Anfragen bei der Polizei ergaben, dass die Kommunalpolitiker eines natürlichen Todes gestorben sind. Es laufe kein Ermittlungsverfahren wegen Fremdverschuldens. Ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Landeswahlleiterin Monika Wissmann teilte zudem mit, dass im Verlauf des Wahlkampfs mindestens sechs Todesfälle bei Kandidaten anderer Parteien zu verzeichnen waren.

Neben den AfD-Vertretern seien auch Politiker der Tierschutzpartei, der Freien Wähler, der FDP sowie einer Unabhängigen Wählergemeinschaft verstorben. Die Landeswahlleitung bestätigte, dass insgesamt zwölf Todesfälle bis Anfang September gemeldet wurden. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel hatte auf dem Kurznachrichtendienst X einen Beitrag zu den Todesfällen veröffentlicht. Ihr scheinbar vielsagender Satz „Vier AfD-Kandidaten gestorben“ – gepostet zwei Wochen vor der Kommunalwahl am 14. September, bei der rund 20.000 Mandate zu vergeben sind – befeuerte die bereits ausufernde Diskussion um die Todesfälle weiter.

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Auswirkungen auf Wahlen

Der Sprecher der Landeswahlleiterin betonte, dass solche Todesfälle von Kandidatinnen und Kandidaten bei Kommunalwahlen bedauerlicherweise bei allen Wahlen vorkämen, unabhängig von der Partei- oder Wählergruppenzugehörigkeit. Ob es noch weitere verstorbene Kandidaten gibt, bleibt offen, da die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen durch die Kommunen in eigener Verantwortung durchgeführt werden und keine Meldeverpflichtung gegenüber der Landeswahlleiterin besteht.

Nach Einschätzung Wissmanns gibt es keine Hinweise darauf, dass die Anzahl der bekannten Todesfälle im Vergleich zu früheren Wahlen signifikant erhöht wäre. Die Todesfälle wirken sich jedoch auf den Wahlablauf aus: Stimmzettel müssen kurzfristig neu gedruckt werden, und Briefwähler müssen erneut wählen.

Das Kommunalwahlgesetz NRW sieht vor, dass bei Tod eines Bewerbers vor dem Wahltag eine Nachwahl möglich ist, sofern der zeitliche Ablauf dies zulässt. Stirbt ein Kandidat kurzfristig, verlieren bereits ausgestellte Wahlscheine im betroffenen Wahlbezirk ihre Gültigkeit.

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KO KOSMO-Redaktion
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