Die ÖBB sehen sich mit massiven finanziellen Belastungen konfrontiert, die nun weitreichende Sparmaßnahmen nach sich ziehen. Im Güterverkehrsbereich beschreibt Bahnchef Andreas Matthä die Lage als besonders kritisch, während gleichzeitig der Konkurrenzdruck im Personenverkehr zunimmt. Als Reaktion darauf bremst das Unternehmen den geplanten Infrastrukturausbau deutlich ab, wodurch jährlich rund 300 Millionen Euro eingespart werden sollen. Zusätzlich wird das interne Optimierungsprogramm „Compete“ eingeführt, das weitere Einsparungen zwischen 200 und 300 Millionen Euro bringen soll.
Ungeachtet des Sparkurses investieren die Bundesbahnen in die Modernisierung ihres Fuhrparks. Zwischen 2023 und 2026 werden etwa 100 neue Zuggarnituren sowohl für Nah- als auch Fernverbindungen in Betrieb genommen. Der kommende Winterfahrplan sieht zudem eine Erweiterung des Fernverkehrsangebots um 30 Prozent vor.
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Preiserhöhungen folgen
Diese Verbesserungen schlagen sich allerdings in höheren Fahrpreisen nieder. Das Klimaticket verteuerte sich bereits um fast 30 Prozent und kostet ab Jänner 1.400 Euro. Auch bei den Wiener Linien wurden die Tarife entsprechend angehoben.
Bei den ÖBB stehen im Dezember ebenfalls Preisanpassungen an, die mit 4,9 Prozent im Bereich der aktuellen Inflationsrate liegen. Eine Fahrkarte von Wien nach Salzburg wird künftig 65,60 Euro kosten, wobei Reisende mit Vorteilscard oder über die Sparschiene weiterhin günstiger fahren können.
Ungleiche Förderung
Der ÖBB-Chef fordert von politischer Seite eine faire Behandlung der Schiene im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern. Während der Straßengüterverkehr durch das Dieselprivileg (Steuerbefreiung für Diesel-LKW) jährlich mit 800 Millionen Euro subventioniert wird und die Luftfahrt durch steuerfreies Kerosin Entlastungen von 500 Millionen Euro erhält, muss die Bahn erheblich höhere Energiekosten schultern.