Die Konsumenten in Niederösterreich müssen sich auf anhaltende Preissteigerungen einstellen. Wie aus Prognosen der regionalen Handelsbetriebe hervorgeht, werden die Lebenshaltungskosten trotz gegenteiliger politischer Zusicherungen weiter anziehen. Die niederösterreichischen Handelsunternehmen rechnen für die kommenden zwölf Monate mit zusätzlichen finanziellen Belastungen für ihre Kundschaft.
Die Befürchtungen der heimischen Händler stehen im Einklang mit aktuellen Inflationsprognosen. Das Institut für Höhere Studien (IHS) prognostiziert für 2025 eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,9 Prozent in Österreich. Besonders bei Lebensmitteln bleibt die Teuerung spürbar: Im Frühjahr 2025 lagen die Nahrungsmittelpreise bereits um knapp 12 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) bestätigt, dass insbesondere diese Kategorie weiterhin überdurchschnittlich steigen wird.
⇢ Strompreis-Hammer: Rückzahlungen erfolgen jetzt automatisch!
Steigende Betriebskosten
Die Ursachen für die erwarteten Preiserhöhungen liegen laut Franz Kirnbauer, Spartenobmann für den Handel in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, vor allem in den steigenden Betriebskosten. Eine überwältigende Mehrheit von 90 Prozent der Unternehmen nennt die prognostizierte Lohnentwicklung als Hauptfaktor für künftige Preisanpassungen. Daneben spielen auch die Materialkosten mit knapp 58 Prozent sowie die Aufwendungen für Energie und Treibstoff mit 48 Prozent eine bedeutende Rolle.
Politische Forderungen
Der Wirtschaftskammervertreter appelliert an die Politik, rasch Entlastungsmaßnahmen umzusetzen und für fairere Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Online-Plattformen zu sorgen. Kirnbauer plädiert für eine Reduktion der Lohnnebenkosten, eine Senkung der Energiepreise sowie den Abbau bürokratischer Hürden. Zudem fordert er einheitliche Regelungen, die auch für ausländische Internet-Händler gelten sollen – insbesondere hinsichtlich Produktqualität sowie Garantie- und Sicherheitsleistungen für Konsumenten.
⇢ Streik beim Kebab-Giganten: Droht Österreich der 10-Euro-Döner?
Diese Forderungen unterstützt auch der Wirtschaftsbund Niederösterreich, der ebenfalls verstärkte politische Entlastungsmaßnahmen einmahnt. Die Belastung durch steigende Kosten und zunehmende Bürokratie setze den heimischen Handel unter enormen Wettbewerbsdruck, so die einheitliche Position der Wirtschaftsverbände.
„Unsere Betriebe stehen unter Druck“, betont Kirnbauer die angespannte Situation im heimischen Handel.