In Österreich kostet ein Döner durchschnittlich 5,91 Euro – rund 30 Prozent mehr als noch vor einigen Jahren. Nun droht eine weitere Preissteigerung und möglicherweise sogar eine Verknappung der beliebten Kebabs. Grund dafür ist ein aktueller Arbeitskampf beim Dönerspieß-Hersteller Birtat, einem der wichtigsten Zulieferer für österreichische Imbissbetriebe. Ein Produktionsausfall bei diesem Unternehmen könnte zu Fleischknappheit führen – ein Szenario, das Imbissbetreiber in Bedrängnis bringen und Konsumenten teuer zu stehen kommen würde.
Der in Deutschland ansässige Zulieferer Birtat versorgt europaweit tausende Döner-Imbisse mit tiefgekühlten Fleischspießen aus Kalb-, Hühner- oder Rindfleisch. Zahlreiche österreichische Dönerläden beziehen ihre Produkte von diesem Anbieter. Üblicherweise werden monatlich mehr als 13 Millionen Fleischportionen an Kunden verkauft.
Streik bei Birtat
Seit mehreren Wochen befinden sich etwa 115 Mitarbeiter im Ausstand und fordern eine Lohnerhöhung von 375 Euro sowie ein Einstiegsgehalt von 3.000 Euro. Mit lautstarken Protestaktionen legen sie den Betrieb lahm. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bestätigte Anfang August erneute Streiks bei Birtat in Murr, nachdem das Unternehmen bei anberaumten Gesprächen nicht konkret über einen Tarifvertrag verhandeln wollte. Die Produktion stand an mehreren Streiktagen vollständig still.
Die Branche hat sich von der letzten Krise noch nicht vollständig erholt: Erst im Februar entdeckten Behörden in Wien einen Fleischskandal, bei dem eine Fleischerei unerlaubt Fleischprodukte, darunter auch Dönerspieße, herstellte. Das Vertrauen vieler Kunden war zeitweise erschüttert.
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Jüngste Entwicklung zeigt Entspannungspotenzial
Nach wochenlangen Arbeitsniederlegungen meldete das Branchenportal Tageskarte am 11. August eine Tarifeinigung bei Birtat. Dies könnte für österreichische Abnehmer bedeuten, dass sich die angespannten Liefersituationen kurzfristig entspannen – abhängig von der schnellen Umsetzung der Vereinbarung und dem Wiederhochfahren der Produktion im baden-württembergischen Murr.
Drohende Konsequenzen
Der wochenlange Lieferstreik könnte dennoch zum nächsten Rückschlag werden. Steigende Einkaufspreise für die Betreiber würden unweigerlich an die Endverbraucher weitergegeben. Die 10-Euro-Grenze könnte dadurch schneller erreicht werden als erwartet – im schlimmsten Fall könnten manche Spieße sogar gänzlich leer bleiben.
Derzeit sind die Lagerbestände in Österreichs Kühlhäusern noch ausreichend, doch die Betreiber verfolgen die Entwicklung in Deutschland mit Sorge. Bei einem anhaltenden Streik müssten sie auf andere Lieferanten ausweichen – oft zu deutlich höheren Kosten.
Dies könnte nicht nur zu Preiserhöhungen führen, sondern auch kleinere Portionsgrößen zur Folge haben.