Mit Kampfgeist und Nervenstärke ringt Carlos Alcaraz seinen Gegner Taylor Fritz nieder. Nur ein weiterer Sieg trennt den Spanier vom Tennis-Thron zum Jahresende.
Carlos Alcaraz hat auf seinem Weg zur Nummer eins der Tenniswelt einen weiteren Meilenstein gesetzt. Nach dem zweiten Erfolg in der Gruppenphase der ATP Finals (Jahresabschlussturnier der besten acht Spieler) fehlt dem Spanier nur noch ein Sieg, um die Saison an der Weltranglistenspitze abzuschließen. Gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz musste er beim 6:7 (2:7), 7:5, 6:3 allerdings durch ein wahres Wechselbad der Gefühle gehen. Beide Akteure waren mit Auftaktsiegen in das Turnier gestartet, und Fritz erwies sich von Beginn an als harter Prüfstein. Selbst ein frühes Break des Spaniers beeindruckte den Vorjahresfinalisten kaum; mit nahezu fehlerfreiem Tennis kämpfte er sich zurück. Alcaraz wirkte dagegen ungewöhnlich fahrig. Das Resultat: Nach 70 intensiven Minuten sicherte sich Fritz den ersten Durchgang mit einem Ass.
Dramatischer Matchverlauf
Auch im zweiten Satz fand Alcaraz zunächst keine Antwort auf die präzisen Longline-Schläge des Amerikaners mit der Rückhand. Der Spanier zeigte seine Qualitäten hauptsächlich in Bedrängnis – besonders wenn Fritz Breakchancen herausspielte. Doch als der US-Amerikaner, der Alcaraz im Vorjahr bezwungen hatte, vorübergehend nachließ, nutzte der Spanier seine Gelegenheit und sicherte sich den zweiten Satz. Im entscheidenden Durchgang übernahm Alcaraz dann das Kommando und setzte sich gegen den zunehmend entnervten Fritz durch.
Nach einem kräftezehrenden Duell über 2:48 Stunden verwertete Alcaraz seinen vierten Matchball und genoss den Applaus der vollbesetzten Halle in Turin. Dem Einzug ins Halbfinale ist der Spanier nun zum Greifen nahe – perfekt machen kann er ihn am Donnerstag gegen Lorenzo Musetti. Der italienische Lokalmatador bezwang im Abendmatch den Australier Alex de Minaur mit 7:5, 3:6, 7:5 und hielt damit seine eigenen Chancen auf das Weiterkommen am Leben.
Mentale Herausforderung
„Es war so ein enges Match. Ich musste mehr rennen als er und er hatte viel Selbstvertrauen von der Grundlinie“, sagte Alcaraz im Anschluss und fügte mit Blick auf die bedeutsame Partie im Kampf um die Nummer eins gegen Musetti an: „Ich werde versuchen, nicht daran zu denken. Ich will, dass die Nerven mich nicht bremsen, und meine Emotionen kontrollieren.“
Das wird ein großer Tag für mich.