Mysteriöse Dampfwolken steigen aus Wiens Straßen auf und sorgen für Verunsicherung. Doch hinter dem winterlichen Phänomen steckt meist keine Gefahr.
Wenn im Winter plötzlich Dampfwolken aus Wiens Straßen aufsteigen, sorgt das regelmäßig für verunsicherte Blicke. Viele Passanten fragen sich besorgt, ob hier möglicherweise ein technischer Defekt vorliegt oder gar die Wärmeversorgung gefährdet sein könnte.
Die Entwarnung kommt von Christian Call aus der Unternehmenskommunikation der Wiener Netze: Die sichtbaren Dampfschwaden haben verschiedene Ursachen und deuten keineswegs immer auf ein Problem hin. Oft entsteht der Effekt schlicht durch feuchtes Erdreich, das bei sinkenden Temperaturen kondensiert. Auch leicht temperiertes Wasser in den Kanälen kann dieses Phänomen verursachen.
Saisonale Unterschiede
Das jahreszeitliche Auftreten erklärt sich durch die unterschiedliche Auslastung des Fernwärmesystems. „Im Sommer verwenden wir nur rund ein Zehntel bis ein Zwanzigstel der Wärme, die im Winter für Haushalte benötigt wird“, erläutert Call. Dadurch können Schäden, die etwa im Sommer bei Bauarbeiten entstanden sind, monatelang unbemerkt bleiben und erst bei voller Auslastung sichtbar werden.
Schnelle Reparaturen
Dass gelegentlich tatsächlich Reparaturbedarf besteht, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Wien-Simmering. Dort musste kürzlich die Wärmeversorgung vorübergehend über mobile Container sichergestellt werden. Nach wenigen Tagen war die Reparatur abgeschlossen. Bei Störungen kann die Wärmeversorgung meist über alternative Leitungswege aufrechterhalten werden – nur wenn dies nicht möglich ist, kommen die Container zum Einsatz.
Trotz der beruhigenden Erklärungen empfiehlt der Fachmann, verdächtige Dampfentwicklungen und selbstverständlich bei Heizstörungen sich weiterhin über die Fernwärme-Hotline unter 0800 500 751 zu melden.
So lässt sich rasch abklären, ob es sich um harmlose Kondensation – ähnlich den bekannten Dampfwolken aus New Yorks Straßen – oder um einen tatsächlichen technischen Defekt handelt.