KI-Bilder werden täuschend echt – doch es gibt Wege, Fakes zu entlarven, bevor sie sich verbreiten.
Künstliche Intelligenz verändert die Medienlandschaft rasant – und stellt Nutzerinnen und Nutzer vor wachsende Herausforderungen. Besonders bei Bildern und Videos im Netz wird die Qualität KI-generierter Inhalte von Monat zu Monat besser. Zwar tauchen noch immer Ungereimtheiten auf, die auf einen maschinellen Ursprung hinweisen – doch diese Fehler werden seltener. Peter Schartner vom Institut für Künstliche Intelligenz und Cybersecurity der Universität Klagenfurt spricht in diesem Zusammenhang von Kinderkrankheiten. Als Beispiel verweist er auf ein bekanntes Phänomen: „Katzen werden sehr schön und sehr vielfältig dargestellt.“
Anatomische Fehler
Schwieriger wird es bei der Darstellung menschlicher Körper. Wenn auf einem Foto nicht alle Gliedmaßen vollständig sichtbar sind, fehlt der KI häufig die notwendige Trainingsbasis – die Folge sind anatomische Fehler wie drei Hände oder zwei Finger. Schartner betont jedoch, dass sich dies ändern werde: „Das wird besser werden und ich glaube, wir sind erst am Anfang dieser ganzen Prozesse.“ Solche Bildfehler werden demnach künftig immer seltener als Erkennungsmerkmal taugen.
Kontext hinterfragen
Umso wichtiger wird es, den Kontext digitaler Inhalte aktiv zu hinterfragen. Caroline Weberhofer vom Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften erklärt: „Weil gerade KI-generierte Videos und Bilder auch sehr gerne für Falschinformationen, sogenannte Fake News und Propaganda, eingesetzt werden, muss man eigentlich immer hinterfragen, ob das echt ist, was man sieht.“ Als praktisches Werkzeug empfiehlt sie die Bildrückwärtssuche, mit der sich Bilder oder Screenshots aus Videos auf ihre Herkunft prüfen lassen.
Weberhofer rät zudem, auf Inhalte aus verlässlichen Quellen zu setzen: „Also ist das schon irgendwo erschienen in der Form und in welchem Kontext? Eigentlich ist es am besten, wenn man sich auf Informationen verlässt, die Qualitätsmedien produziert haben. Also die Öffentlich-Rechtlichen zum Beispiel oder auch renommierte Printmedien haben alle inzwischen Online-Plattformen.“
Medienkompetenz müsse in allen Altersgruppen gefördert werden – nicht allein bei Schülerinnen und Schülern.