21 Monate Gefangenschaft, eine Terrororganisation, stille Diplomatie und dann die Nachricht, auf die eine Familie so lange gewartet hat.
Nach mehr als 21 Monaten in Gefangenschaft ist die Österreicherin Eva Gretzmacher wieder auf freiem Fuß. Das österreichische Außenministerium bestätigte am Donnerstag, dass Gretzmacher – die im Jänner 2025 in der nigrischen Stadt Agadez entführt worden war – in der libyschen Stadt Bengasi freigelassen wurde. Gemeinsam mit ihr kam auch eine Schweizerin frei.
Diplomatischer Durchbruch
Die Freilassung der beiden Frauen war das Ergebnis eines vielschichtigen diplomatischen Prozesses, an dem unter anderem Saddam Haftar, der Sohn von General Chalifa Haftar, maßgeblich beteiligt war. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger reagierte mit sichtlicher Erleichterung auf die Nachricht: „Wir alle sind sehr erleichtert, dass Eva Gretzmacher nach mehr als 21 Monaten wieder in Freiheit ist.“ Über den Zustand der Befreiten sagte sie: „Es scheint ihr so weit gutzugehen, und ich bin sehr beeindruckt von dieser starken Frau.“
Große Erleichterung für Eva G. und ihre Familie! Nach mehr als 21 Monaten in Geiselhaft ist Eva G. wieder frei. Für sie und ihre Familie war diese Zeit eine unvorstellbare Belastung. Ich konnte bereits mit Eva G. telefonieren. Es scheint ihr so weit gut zu gehen und ich bin sehr beeindruckt von dieser starken Frau.
Mein großer Dank gilt allen, die zu ihrer Befreiung beigetragen haben: unseren internationalen Partnern, den involvierten Kollegen im Verteidigungsministerium, und natürlich meinem Team im Außenministerium, das sich mit größter Umsicht und Beharrlichkeit für ihre Freilassung eingesetzt hat.
Besonders danke ich Botschafter Peter Launsky, der uns mit großem Einsatz dabei unterstützt hat. Der Schutz der Österreicherinnen und Österreicher steht für uns an erster Stelle. Unsere gemeinsame Anstrengung und die intensiven diplomatischen Bemühungen um die Freilassung waren erfolgreich.
Heute ist ein besonderer Tag, der uns alle bewegt!
— Beate Meinl-Reisinger (@BMeinl) October 22, 2026
Jahrzehnte in Niger
Die heute 73-jährige Gretzmacher hatte fast drei Jahrzehnte ihres Lebens in Niger verbracht und sich dort in Bildungs- und Entwicklungsprojekten engagiert. Kriminelle hatten sie entführt und in der Folge an eine terroristische Gruppierung übergeben. Die Grenzregion zwischen Niger, Mali und Burkina Faso gilt seit Jahren als Hochrisikogebiet, in dem islamistische Terrororganisationen aktiv sind.
Der Sohn von Eva Gretzmacher zeigte sich „überglücklich, dass der Spuk und die Geiselnahme beendet sind“ und bedankte sich bei den beteiligten Behörden sowie den Ländern Mali, Niger und Algerien, ebenso wie bei der Familie Haftar.