Auf einem Klosterdach in Havanna entstand etwas Unerwartetes – und feiert nun in Zagreb seine große Premiere.
Am 22. September um 18 Uhr ist es so weit: Im Kino Kinoteka in Zagreb feiert „En el medio, si viene“ von Ana Buljan seine Festivalpremiere – außer Konkurrenz, aber mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Das 25 FPS Festival, eine der wichtigsten Adressen für experimentelles Filmschaffen in der Region, bietet der kroatischen Regisseurin damit eine Bühne für ihr jüngstes Werk.
Poetik des Raums
Entstanden auf Kuba, genauer gesagt auf dem Dach eines ehemaligen Klosters in Havanna, ist der Film kein klassisches Erzählkino. Buljan versteht ihr Schaffen als das, was sie selbst eine „Poetik des Raums“ nennt – ein Ansatz, der die Grenzen zwischen dem Realen und dem Vorgestellten bewusst durchlässig hält.
Was dabei entstand, ist eine Art filmisches Mosaik: Erinnerungsfragmente, Kinderspiele und Alltagsszenen fügen sich wie Puzzleteile zu einem Ganzen, das keine eindeutige Lesart anbietet, sondern neue Blickwinkel eröffnet. Lokale Kinder übernahmen dabei spielerisch zentrale Rollen – unvorhergesehene Begegnungen und spontane Momente prägten den Entstehungsprozess maßgeblich.
Für Schnitt und Tonaufnahmen zeichneten Miro Manojlovic und Jakov Munizaba verantwortlich, die Produktion lag in den Händen von Tena Trstenjak.
Buljans Werdegang
Ana Buljan, die in Zagreb, Rotterdam und auf Kuba studierte, bewegt sich seit Jahren souverän an der Schnittstelle von Film, bildender Kunst und räumlicher Forschung. Einem breiteren Publikum wurde sie durch ihre Arbeit an der HBO-Serie „Succession“ bekannt, für die sie 2020 eine Emmy-Nominierung erhielt – in der Kategorie „Outstanding Production Design“ für die Episode „This Is Not for Tears“.
Ihre künstlerischen Arbeiten wurden bereits in renommierten Institutionen gezeigt – darunter das Eye Filmmuseum in Amsterdam und das Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb.