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Abschreckungsstrategie

Kleine Staaten, klare Drohung: Sollte Russland angreifen wird Moskau brennen

Kleine Staaten, klare Drohung: Sollte Russland angreifen wird Moskau brennen
(FOTO: EPA / MIKHAIL METZEL / SPUTNIK / KREMLIN POOL)
2 Min. Lesezeit |

Kleine Staaten, große Ansage: Die baltischen NATO-Länder setzen auf eine Abschreckung, die Moskau direkt ins Visier nimmt.

Die baltischen NATO-Staaten Estland, Lettland und Litauen überdenken ihre militärische Ausrichtung grundlegend. Angesichts einer als zunehmend real eingeschätzten Bedrohung durch Russland rückt eine Strategie in den Vordergrund, die im Ernstfall nicht an den eigenen Grenzen endet, sondern Gegenschläge tief auf russisches Territorium einschließt.

Gintaras Bagdonas, ehemaliger Chef des litauischen Militärgeheimdienstes, hat diese neue Abschreckungslogik in ungewohnt klaren Worten formuliert. Für ihn geht es darum, Moskau unmissverständlich zu signalisieren, welche Konsequenzen ein Angriff auf die baltischen Staaten hätte. „Wir müssen deutlich machen, dass Moskau ebenso brennen wird, wie Putin davon träumt, uns brennen zu sehen“, sagte Bagdonas. Und weiter: „Wer die Grenze überschreitet, wird vernichtet.“

Estlands neue Doktrin

Estland geht bei der strategischen Neuausrichtung besonders weit. Das Konzept der sogenannten aktiven Verteidigung sieht vor, einen Angriff bereits unmittelbar an der Grenze zu stoppen und gleichzeitig Ziele weit hinter den russischen Linien unter Feuer zu nehmen. Oberst Tarmo Kundla, Kommandeur der Estnischen Ersten Brigade, brachte die Grundidee auf den Punkt: „Wir müssen an der Grenze beginnen und die ersten Schlachten gewinnen.“

Um diese Doktrin militärisch zu untermauern, beschafft Estland neue Waffensysteme, darunter Raketen und Drohnen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Zum Vergleich: Sankt Petersburg liegt lediglich 260 Kilometer vom estnischen Militärstandort Tapa entfernt.

Geografische Neuausrichtung

Die Verlegung der Estnischen Ersten Brigade von Tapa nach Jõhvi – einem Standort nur rund 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt – macht die veränderte strategische Prioritätensetzung auch geografisch sichtbar. Im Hintergrund dieser Entwicklungen steht die Sorge, dass Russland nach einem möglichen Ende des Ukraine-Krieges seine militärischen Kapazitäten neu ausrichten und gegen die NATO-Ostflanke einsetzen könnte.

Sicherheitsexperten nennen das Jahr 2030 als mögliches Zeitfenster für eine solche Eskalation. Vor diesem Hintergrund haben die baltischen Staaten ihre Verteidigungsausgaben seit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Jänner 2022 deutlich angehoben.

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KO KOSMO-Redaktion
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