Über dem Mittelmeer schrieben zwei Atommächte Militärgeschichte – mit einem Manöver, das Europas Sicherheitslage neu definieren könnte. Zum ersten Mal haben die Luftstreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens gemeinsam eine Übung zur Simulation eines Atomangriffs absolviert.
Das Manöver unter dem Codenamen „Rummy“ wurde am Dienstagabend über dem Mittelmeer durchgeführt. Beteiligt waren Typhoon-Kampfjets der Royal Air Force sowie Rafale-Maschinen der französischen Luftwaffe. Beide Verteidigungsministerien bestätigten, dass bei der Übung keinerlei echte Atomwaffen zum Einsatz kamen.
Europäische Atommächte
Ziel des Manövers war es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden einzigen Atommächten Westeuropas zu stärken. Frankreich und Großbritannien nehmen als einzige westeuropäische Staaten mit eigenem Atomwaffenarsenal eine besondere sicherheitspolitische Rolle ein. Die Simulation eines nuklearen Ernstfalls soll dazu beitragen, die Verteidigungsbereitschaft in der Region zu erhöhen.
Bilaterale Vertiefung
Dass eine solche Übung nun erstmals in gemeinsamer Durchführung stattfand, könnte auf eine Vertiefung der bilateralen Verteidigungsbeziehungen hindeuten. Beide Länder stellten ihre Luftstreitkräfte bereit, um in einem simulierten Krisenszenario gemeinsame Handlungsstrategien zu erproben und weiterzuentwickeln.
Das Manöver steht damit exemplarisch für das Bestreben der beiden Nationen, ihre Verteidigungskapazitäten enger zu verzahnen und damit einen Beitrag zur Stabilität auf dem europäischen Kontinent zu leisten.