Sie ruft die Carabinieri, weil Streunerkatzen verschwinden. Dann klicken die Handschellen – wegen einer ganz anderen Sache.
Eine 50-jährige Österreicherin ist in der ligurischen Küstenstadt Spotorno festgenommen worden, obwohl sie selbst die Carabinieri alarmiert hatte: Streunerkatzen sollen mutmaßlich weggenommen worden sein. Bei der anschließenden Überprüfung entdeckten die Beamten einen internationalen Haftbefehl, die Frau wurde abgeführt.
Wie lokale Medien berichten, trug sich der Vorfall am Freitag zu. Die Frau hatte eine Streife angefordert und erklärt, man habe ihr mehrere Tiere zu Unrecht abgenommen. Bei der routinemäßigen Feststellung ihrer Identität stießen die Carabinieri auf einen Haftvermerk österreichischer Behörden.
Sie nahmen die Betroffene fest und brachten sie in die Frauenabteilung des Gefängnisses Genova Pontedecimo, wo sie sich derzeit in Gewahrsam befindet. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Vorwürfe
Der Haftbefehl wurde in Österreich ausgestellt und betrifft mutmaßliche Delikte gegen Personen und Eigentum aus dem Sommer 2025. Die Frau soll im Rahmen eines Räumungsverfahrens Gerichtsvollzieher bedroht und im Dachgeschoss ihres Wohnhauses Feuer gelegt haben.
Diese Darstellung stützt sich auf die vorliegenden Vorwürfe der Behörden, ob die Frau schuldig ist, hat noch kein Gericht festgestellt. Anhaltspunkte für weitere Beteiligte oder zusätzliche Straftaten gibt es derzeit nicht.
Auslieferung offen
Nach der Festnahme in Ligurien liegt der Fall bei den Justizbehörden, die darüber befinden, ob die Frau nach Österreich ausgeliefert wird. Bis zu dieser Entscheidung bleibt sie in Genova Pontedecimo in Gewahrsam.
Der Fall veranschaulicht, wie grenzüberschreitende Fahndungen in der EU funktionieren: Bei Routinekontrollen im Ausland lassen sich internationale Haftbefehle zügig vollstrecken, was auch für Österreicherinnen und Österreicher von Belang ist, die im Ausland leben oder verreisen.
Ob und wann eine Auslieferungsanhörung stattfindet und ob Auflagen verhängt werden, ist vorerst nicht bekannt.