Fast fünf Jahrzehnte stand er im Rampenlicht. Nun fällt für den Kabarettisten der Vorhang, eine Zugabe gibt es diesmal nicht.
Nach 49 Jahren auf der Bühne ist Schluss: Der Kabarettist Lukas Resetarits tritt ab sofort nicht mehr auf. Wie das Management des 79-Jährigen am Mittwoch bestätigte, ist der Rückzug von der Bühne endgültig.
Sein Management ließ dazu wissen: „Nach 30 Solokabarettprogrammen (…) wurden die Bühnenauftritte für Lukas Resetarits körperlich immer fordernder und der Stresslevel immer höher.“ Weiters hieß es: „Lukas Resetarits hat daher beschlossen, mit sofortiger Wirkung seinen Bühnenabschied zu nehmen.“
Frühe Jahre
Erich Lukas Resetarits kam am 14. Oktober 1947 in Stinatz im Südburgenland zur Welt, als Kind einer Familie der burgenlandkroatischen Gemeinde. Sein Studium der Psychologie und Philosophie an der Universität Wien brach er ab. Danach verdingte er sich als Bauhilfsarbeiter und Rocksänger, acht Jahre lang war er außerdem als Flugzeugabfertiger am Flughafen Schwechat beschäftigt.
Später arbeitete er auch als Traffic-Officer in Sydney. Erste Erfahrungen im Kabarett machte er bei Auftritten der Schmetterlinge sowie in der Kabarettgruppe Keif.
Da dort mit Erich Demmer bereits ein Namensvetter mitwirkte, nannte er sich fortan Lukas. Dazu sagte er selbst: „Diese beiden Identitäten konkurrieren jedoch nicht, sondern sie koexistieren.“
1977 brachte er im Wiener Konzerthauskeller sein erstes Soloprogramm „Rechts Mitte Links“ auf die Bühne. Bei der Generalprobe erlitt er einen Nervenzusammenbruch, den er mit Hilfe seines Bruders bewältigte, danach stellte sich großer Erfolg ein.
Er selbst sagte dazu: „Ich wurde quasi herumgetragen in den Medien, man war wie durstig nach neuen Kabarettisten.“ Jahr für Jahr entstanden neue Programme, etwa „Heimspiel“ und „Niemandsland“. Sein letztes Programm trug 2023 den Titel „Glück“.
Den Deutschen Kabarettpreis erhielt Resetarits 1999. Auch in Österreich wurde er vielfach geehrt, unter anderem 2017 mit dem Österreichischen Kabarettpreis und 2012 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik.
Erst kürzlich wurde ihm gemeinsam mit seinem Bruder Peter Resetarits das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen. Bürgermeister Michael Ludwig würdigte ihn mit den Worten: „Künstler Lukas Resetarits habe ‚mit Schärfe, Witz und sprachlicher Präzision‘ Generationen erreicht.“ „Sein künstlerisches Wirken war immer auch Ausdruck kritischer Zeitgenossenschaft und einer tiefen Verbundenheit mit Wien.“
Fernsehen und Kino
Abseits der Bühne prägte Resetarits das Fernsehen als Major Adolf Kottan in „Kottan ermittelt“ von Helmut Zenker und Peter Patzak. Zu sehen war er außerdem in den ORF-Formaten „Tohuwabohu“, „D.O.R.F.“ und „Kaisermühlenblues“. Auf der Kinoleinwand spielte er unter anderem in „Freispiel“ an der Seite von Alfred Dorfer sowie in der Krimikomödie „Schwarzfahrer“ von Nikolaus Leytner.
2015 verkörperte er in Barbara Eders TV-Landkrimi „Das Kreuz des Südens“ den Bürgermeister einer südburgenländischen Gemeinde.
Seine Tochter Kathrin, die als Filmschauspielerin und Regisseurin tätig ist, zeichnete seit vielen Jahren unter anderem für die Bühnenregie seiner Programme verantwortlich.