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Zugkatastrophe

Schwarzer Mittwoch: Zugdrama in Spanien forderte 68 Tote

Schwarzer Mittwoch: Zugdrama in Spanien forderte 68 Tote
Foto: EPA/CHEMA MOYA
2 Min. Lesezeit |

Ein Stillstand auf freier Strecke, eine Anweisung aus Madrid. Was am Mittwoch in Toledo folgte, hält ganz Spanien in Atem.

Zwei Züge sind am Mittwochvormittag in der Provinz Toledo zusammengeprallt. Nach ersten Informationen handelt es sich um ein schweres Unglück mit einer Vielzahl an Opfern.

Gegen 9 Uhr krachte es rund 150 Kilometer südlich von Madrid. In den beiden Zügen waren zusammen 544 Menschen unterwegs. Mindestens 68 von ihnen kamen ums Leben, 80 wurden verletzt, 50 davon schwer.

Dem Bahnbetreiber ADIF zufolge fuhr einer der Züge auf den anderen auf. Zwei Waggons sprangen aus den Gleisen.

Wie El País berichtet, fielen sie eine Böschung hinab. Aufnahmen des Unglücks gingen binnen kurzer Zeit um die Welt.

Menschliches Versagen

Die Regierung in Madrid geht nach derzeitigem Wissensstand von menschlichem Versagen aus. Vorausgegangen sein soll ein Ausfall des automatischen Sicherheitssystems in Kastilien-La Mancha. Laut Verkehrsminister Óscar Puente wurden daraufhin Hochgeschwindigkeitszüge angehalten.

Sie durften erst weiterfahren, nachdem das manuelle Kontrollsystem aktiviert worden war. Einem Bericht zufolge lagen rund 25 Kilometer zwischen den beiden Zügen, als einer von ihnen unvermittelt abermals zum Stillstand kam. Warum der Iryo-Zug stehen blieb, ist offen.

Der Renfe-Zug hätte in der Folge nicht mehr mit normalem Tempo unterwegs sein dürfen. Das Adif-Kontrollzentrum in Madrid gab dennoch die Anweisung, mit Normalgeschwindigkeit weiterzufahren, obwohl höchstens 40 km/h erlaubt gewesen wären.

Der Renfe-Zug fuhr schließlich in den stehenden Iryo-Zug. Weshalb diese Anordnung erteilt wurde, sei für den Minister „unerklärlich“.

Die Bahnverbindungen zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien wurden daraufhin eingestellt. Das Transfusionszentrum Madrid appellierte dringend an die Bevölkerung, Blut zu spenden. Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Augenzeuge berichtet

Ein Augenzeuge schilderte, wie er die Lage im Inneren des Zuges erlebt hatte. Jesús Jerónimo sagte, er habe gerade am Laptop gearbeitet, als er plötzlich eine heftige Beschleunigung gespürt habe und gegen den Vordersitz geprallt sei. Die Menschen seien „hinausgeschleudert“ worden.

„Wir dachten, wir seien entgleist“, sagte er. Dass der Zug umgekippt war, bemerkte er erst später.

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KO KOSMO-Redaktion
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