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NATIONALRATSWAHL

Ahmed Husagić – König der Vorzugsstimmen

Ahmed Husagic Vorzugsstimmen
(FOTO: Markus Sibawra)

Offizielle Zahlen zeigen, dass der SPÖ-Kandidat mit Wurzeln am Balkan abermals alle Vorzugsstimmen-Rekorde gebrochen hat.

Bei der vergangenen Nationalratswahl kandidierte Ahmed Husagić am 29. Platz der Bundesliste der SPÖ. Dass sich der junge und engagierte Politiker mit bosnischem Migrationshintergrund hoher Beliebtheit erfreut, beweisen auch die offiziellen Zahlen.

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Unter die ersten 30 von mehr als 460 Bundeslistenplätzen hat es auch der aus Bosnien-Herzegowina stammende SPÖ-Politiker geschafft.

 

Österreichweit erhielt Husagić 5.742 Vorzugsstimmen, womit er den 10. Platz unter allen 2026 Kandidaten aus elf Parteien erreichte. Dem nicht genug sicherte er sich innerhalb der SPÖ, nach Kern (67.227 Vorzugsstimmen) und Doskozil (9.022) den verdienten dritten Platz.

Neben dem großen landesweiten Erfolg konnte Husagić heuer auch sein persönliches Ergebnis von den vergangenen Wiener Gemeinderatswahlen (2015) von 1.403 auf 2273 Vorzugsstimmen fast verdoppeln.

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Somit kann man ohne Weiteres sagen, dass Ahmed Husagić unter den Kandidaten mit Migrationshintergrund der ungeschlagene König der Vorzugsstimmen ist.

1. Dir ist innerhalb von zwei Jahren ein unglaublicher Sprung nach Vorne gelungen. Wie hast du das geschafft?

Ahmed Husagić: Ich denke, der Schlüssel zum Erfolg liegt in der kontinuierlichen Arbeit mit den Menschen und die Implementierung von Projekten, die für sie wichtig sind. Ein großer Teil der Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, hatten nicht die Gewohnheit und das Verständnis für eine Partizipation an demokratischen Prozessen. In den letzten Jahren hat sich das erheblich verändert. Es ist nicht nur zu beobachten, dass immer mehr Personen in politischen Parteien aktiv werden, auch die Wahlbeteiligung steigt stetig. Die Wahlergebnisse der Kandidatinnen und Kandidaten mit einem Migrationshintergrund belegen das.

2. Was bedeutet das Ergebnis für die BKS-Community?

Am wichtigsten ist, dass wir die politische Stärke gezeigt haben. Wir haben gezeigt, dass die Menschen neben den Rechten, die ihnen zustehen, auch Pflichten in dieser Gesellschaft übernehmen möchten. Eine davon ist die Wahlbeteiligung. Dieses Resultat zeigt den politischen Willen dieser Menschen. Ich freue mich, dass so viele die SPÖ gewählt haben und dass mir so viele Menschen ihre Vorzugsstimme gegeben haben.

3. Wie geht es nun weiter? Was wirst du in näherer Zeit, politisch gesehen, in Angriff nehmen?

Eines von meinen politischen Zielen ist verwirklicht, nämlich zu zeigen, dass sich die Menschen aus unserer Community an demokratischen Prozessen beteiligen wollen.

Das wichtigste Ziel, unsere offene und liberale Gesellschaft beizubehalten und sie noch weiter vorwärts zu bringen, gilt es noch zu erreichen. Leider haben diese Wahlen einen Rechtsruck hervorgebracht, daher ist es noch wichtiger in diesem Kampf nicht nachzugeben.

Der Weg, den ich einschlagen werde, wird sich bald entscheiden. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werden wir die Opposition bilden und dadurch wird die Arbeit im Parlament leider sehr eingeschränkt sein. Die Opposition bietet nicht viele Möglichkeiten fürs Wirken im Parlament, sodass mich diese Art von Arbeit in dieser Kräftekonstellation nicht anzieht. Von Anfang an war das Ziel meines politischen Engagements etwas für die Menschen zu tun. Ich denke, dass eine Stelle, die mir die Möglichkeit bietet zu organisieren, mit Menschen zu sein und zusammen mit ihnen die starke Stimme zu bilden, die auf die möglichen devianten Prozesse der schwarz-blauen Regierung aufmerksam macht, für mich das passende wäre.