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Fake-Flut

„Alles fake“: Mega-Wirbel um Felix Baumgartners Tod

„Alles fake“: Mega-Wirbel um Felix Baumgartners Tod
FOTO: EPA/CAROLINE SEIDEL
3 Min. Lesezeit |

Nach dem tragischen Paragleiter-Unfall des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner in Porto Sant’Elpidio verbreiten sich in sozialen Netzwerken irreführende Darstellungen des Vorfalls. Besonders auf TikTok erreichen zwei Videos mit falschen Behauptungen eine beachtliche Reichweite. Die Aufnahmen, die offenbar größtenteils mittels Künstlicher Intelligenz erstellt wurden, enthalten unzutreffende Angaben sowohl zum Unfallhergang als auch zum Unfallort.

Bereits die Profilbeschreibungen der verantwortlichen TikTok-Konten – „All is fake“ und „Everything is fake“ – deuten auf den zweifelhaften Wahrheitsgehalt hin. Die Videos kombinieren Schlagzeilen mit Bildern bekannter Persönlichkeiten und fügen Luftaufnahmen bei, die keinerlei Bezug zum tatsächlichen Unfallgeschehen haben. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um Google-Earth-Material, das Anwesen zeigt, die nicht mit dem realen Unfallort übereinstimmen.

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News-Hijacking Strategie

„Solche Inhalte enthalten bewusst Fehlinformationen, um Reaktionen zu provozieren“, erläutert Lukas Gorog, Gründer der Wiener Akademie für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Diese Strategie, im Fachjargon als „News-Hijacking“ (Kapern von Nachrichtenthemen) bezeichnet, zielt darauf ab, durch kontroverse Inhalte schnell Follower zu gewinnen, die später gezielt mit weiteren Inhalten bespielt werden können.

Auch die in einem der Videos verbreitete Behauptung, eine Frau sei bei dem Unglück schwer verletzt worden, entspricht nicht den Tatsachen. Medienberichte bestätigen lediglich, dass eine Hotelmitarbeiterin verletzt wurde, die sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung befindet. Ebenso haltlos sind die in einem Video angestellten Vermutungen über Baumgartners Bewusstseinszustand während des Fluges.

Faktenlage zum Unfall

Obwohl anfänglich ein medizinischer Notfall während des Fluges als mögliche Unfallursache in Betracht gezogen wurde, konnte eine durchgeführte Obduktion einen Herzstillstand als Todesursache ausschließen. Anfragen des APA-Faktenchecks (Faktenchecks der Austria Presse Agentur) blieben bislang unbeantwortet.

Plattform-Maßnahmen gegen Desinformation

Nach dem Bekanntwerden der Fake-Videos hat TikTok mittlerweile mehrere der irreführenden Inhalte entfernt und die betroffenen Konten temporär gesperrt. Die Plattform verweist auf ihre Community-Richtlinien, die das gezielte Verbreiten von Falschinformationen bei tragischen Ereignissen ausdrücklich untersagen. Bei wiederholten Verstößen drohen auch dauerhafte Kontosperren.

TikTok und andere Social-Media-Plattformen setzen nach eigenen Angaben auf eine Kombination aus KI-basierten Erkennungstools und menschlicher Moderation, um News-Hijacking und Deepfakes frühzeitig zu identifizieren. Inhalte im Zusammenhang mit Todesfällen oder Katastrophen werden dabei bevorzugt geprüft, um Fehlinformationen schnell einzudämmen.

Diese Falschinformationen verdeutlichen die Risiken unserer digitalen Informationslandschaft, in der KI-Technologien zunehmend für die Generierung von Aufmerksamkeit missbraucht werden.

Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit Inhalten aus sozialen Medien und sensibilisiert für die Manipulationsmöglichkeiten durch künstliche Intelligenz.

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KO KOSMO-Redaktion
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