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Infrastrukturschutz

Angriffe auf Stromnetz: Wie sicher ist die heimische Stromversorgung?

Angriffe auf Stromnetz: Wie sicher ist die heimische Stromversorgung?
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Das Stromnetz in Oberösterreich ist im Falle eines gezielten Angriffs nur bedingt zu schützen. Dennoch existieren konkrete Strategien, um die Stromversorgung nach einem Ausfall rasch wieder sicherzustellen.

In Deutschland kam es Anfang September 2026 zu mutmaßlichen Sabotageangriffen auf Stromversorgungsanlagen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. In Nordrhein-Westfalen gingen infolge einer Störung an einem Umspannwerk fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE mit einer Gesamtkapazität von rund 4.200 Megawatt vom Netz, ohne dass die allgemeine Stromversorgung beeinträchtigt wurde. Für Oberösterreich stellt sich die Frage, wie widerstandsfähig die regionale Infrastruktur gegenüber vergleichbaren Szenarien ist.

Klare Ansage

Michael Haselauer, Geschäftsführer von Netz OÖ, spricht in diesem Zusammenhang Klartext: „Man kann es in Wahrheit nicht schützen. Rund um die Uhr bewachen hilft auch nichts.“ Entscheidend sei daher vor allem, Schäden möglichst rasch zu beheben und die Stromversorgung nach einem Ausfall schnell wiederherzustellen.

Parallel dazu wächst die Bedeutung digitaler Infrastrukturen für die Energieversorgung. In Kronstorf ist bereits ein für das Google-Rechenzentrum errichtetes Umspannwerk in Betrieb. Haselauer weist zugleich auf die zunehmende Bedeutung digitaler Infrastruktur als kritische Infrastruktur hin: „Digitale Infrastruktur wird auch immer mehr zur kritischen Infrastruktur.“

Millionen-Investitionen

Um dieser Entwicklung zu begegnen, fließen rund 400 Millionen Euro in die Erneuerung von neun Umspannwerken in der Region. Gemeinsam mit APG (Austrian Power Grid, Österreichs Übertragungsnetzbetreiber) und Linz Netz wird zudem ein neuer 220-Kilovolt-Versorgungsring aufgebaut.

Für den Fall eines großflächigen Stromausfalls verfügt Oberösterreich über ein Konzept, mit dem das Stromnetz mithilfe schwarzstartfähiger Kraftwerke schrittweise wieder aufgebaut werden kann. Haselauer erläutert: „Wenn wir einen Totalausfall haben, dann ermöglichen unsere Kraftwerke, dass wir das Netz wieder im Inselbetrieb hochfahren können.“ Dass dieses Verfahren auch unter realen Bedingungen funktioniert, wurde bereits nachgewiesen: „Wir haben es schon mal an einem Wochenende probiert, dass wir einen Großteil des 110-kV-Netzes spannungslos gemacht haben, dann mit unseren schwarzstartfähigen Kraftwerken wieder bespannt haben und das hat auch im Realbetrieb funktioniert.“

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KO KOSMO-Redaktion
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