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Selma Arapović möchte für die NEOS in den Wiener Landtag

(FOTO: Stefan Rastl)

Die Architektin und Klubvorsitzende der NEOS Leopoldstadt, Selma Аrapović stellt sich einer Vorwahl innerhalb der NEOS, um einen Listenplatz für die kommende Wien-Wahl zu bekommen. Dabei kann man sie auch im Rahmen eines Online-Votums unterstützen.

Selma Аrapović kam in Višegrad (Bosnien-Herzegowina) zur Welt und zog während des Krieges in Jugoslawien zusammen mit ihrer Familie nach Österreich. In Ried am Innkreis legte sie die Matura mit Auszeichnung ab und studierte anschließend Architektur in Graz und Barcelona. Nach einem Zwischenstopp in Dubai lebt Arapović nun mittlerweile 15 Jahre in Wien, wo sie als Klubvorsitzende der NEOS Leopoldstadt und Architektin tätig ist.

KOSMO: Sie sind diplomierte Architektin, wann und wieso haben Sie sich dazu entschieden, in die Politik zu gehen?
Selma Arapović: Es war tatsächlich nie geplant, dass ich in die Politik gehe. Ich muss aber zugeben, dass ich immer schon an der Politik interessiert war.  Und als Architektin setzt man sich automatisch intensiv mit dem eigenen Umfeld und mit den verschiedenen Aspekten der Gesellschaft auseinander. Das ist nicht unpolitisch. Aber Politik machen, ist etwas ganz  anderes. 

2013 bin ich mit meiner Familie, nach einem längeren Aufenthalt in Dubai, wieder nach Wien zurückgekommen. Es war gerade der Nationalratswahlkampf, und ich war über die inflationäre Verwendung des Wortes „Migrationshintergrund“  in Zusammenhang mit Missständen im Bildungssystem, Gesundheitssystem, beim sozialen Wohnbau… entsetzt.  Auch Parteien, die in Verantwortung  waren und alle Mitteln zur besseren Integration  in der Hand hatten, haben Menschen  und hier vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zu Sündenböcken gemacht  und sich so von ihrer Verantwortung gedrückt. Das hat mich echt geärgert. Sehr  wahrscheinlich habe ich mich da schon  -noch unterbewusst – dafür entschieden, mich mit der Politik intensiver zu befassen.

“Ich liebe Baustellen! Stillstand geht gar nicht! Was ich auch nicht aushalte ist, wenn Entscheidungen getroffen werden, die nicht nachhaltig im Sinne der Wirtschaftlichkeit, des Umweltschutzes oder des Klimawandels sind. Ein großes, wichtiges Thema in Wien ist das Schaffen von bezahlbaren Wohnungen. ”

Selma Arapović

Warum haben Sie sich für die NEOS entschieden? Welche Punkte haben Sie im Gegensatz zu anderen Parteien überzeugt?
Bei diesem Wahlkampf 2013 bin ich auf die NEOS aufmerksam geworden, weil  NEOS die einzige Partei war, die über die offensichtliche Chancenungleichheit gesprochen hat und eine Vision des Flügelhebens – die Ermächtigung und Selbstbestimmung durch Bildung – verbreitet hat. Ich habe NEOS damals gewählt – und  Feuer gefangen. Eine Zeitlang habe ich NEOS aus der Ferne interessiert beobachtet. Es hat mir gefallen, wie Matthias Strolz sich sachlich und leidenschaftlich für Themen eingesetzt hat, die mir schon damals wichtig waren und mir noch immer wichtig sind: Bildung, Wirtschaft, Eigenverantwortung, gutes Miteinander. Im Herbst 2014 habe ich ein kurzes Email geschrieben und gefragt, wie ich NEOS unterstützen kann.So bin ich zur Bezirksgruppe Leopoldstadt gekommen – wir waren am Anfang meistens zu dritt,  manchmal zu viert. Seit 2015 sind wir NEOS im Bezirksparlament vertreten. Derzeit bin ich auch Klubvorsitzende

Ihre Chancen, in den Landtag einzuziehen, stehen gut. Wo sehen Sie die größten „Baustellen“ in Wien, denen Sie sich annehmen möchten?
Hahaha. Da muss ich aber lachen. Für mich als Architektin hat das Wort “Baustelle” eine sehr positive Bedeutung. Auf einer Baustelle wird fleißig gearbeitet, es ist etwas im Entstehen und alle Beteiligten ziehen gemeinsam an einem Strang – jeder und jede in seinem/ihrem Verantwortungsbereich. Es werden oft verschiedene Sprachen (auch fachlich) gesprochen, gleichzeitig werden immer Mittel und Wege gefunden, sich gegenseitig zu verstehen. Ich liebe Baustellen! Stillstand geht gar nicht! Was ich auch nicht aushalte ist, wenn Entscheidungen getroffen werden, die nicht nachhaltig im Sinne der Wirtschaftlichkeit, des Umweltschutzes oder des Klimawandels sind. Ein großes, wichtiges Thema in Wien ist das Schaffen von bezahlbaren Wohnungen. Das betrifft alle Bevölkerungsgruppen. Von Jung bis Alt. Dieses Themas würde ich mich sehr gerne annehmen.

Die BKS-Community ist, angesichts ihrer Größe, politisch in Österreich unterrepräsentiert. Worin sehen Sie das begründet?
Die BKS-Community ist eine der am besten integrierten Communities in Wien. Wir leisten wirklich viel und sind in allen Berufssparten vertreten – bis auf die Politik. Da haben Sie vollkommen Recht. Ich weiß nicht genau, warum das so ist –  hängt aber wahrscheinlich mit den Parteistrukturen in Österreich zusammen. Man muss sich „hochdienen“, einflussreiche Leute kennen… Es ist aber definitiv an der Zeit, das zu ändern. Vor allem in Wien.

Was mir die Integration im oberösterreichischen Innviertel überhaupt ermöglicht hat: Volleyball. Weil ich eine gute Spielerin war, konnte ich schnell Anschluss finden

Selma Arapović

Ab Montag kann man für Sie bei der NEOS-Vorwahl abstimmen. Wer darf teilnehmen und inwiefern wirkt sich das auf parteiinterne Liste aus?
Ja, ich kandidiere für den Wiener Landtag und Gemeinderat. Am Montag, den 13.06.2020 startet unsere Online-Vorwahl, die bis 23.07.2020 dauert.. Das ist eine Art direkter Demokratie, die für NEOS einzigartig ist. Jede Wienerin, jeder Wiener älter als 16 – die Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle – kann sich online auf https://vorwahl.neos.eu/auth/register registrieren, die Profile der Kandidatinnen und Kandidaten anschauen und abstimmen. Das ist der 1. wichtige Schritt bei unserem Listenerstellungsprozess. Je besser der Kandidat/die Kandidatin bei diesem ersten Schritt abschneidet, umso größer ist die Chance, auf einen wählbaren Platz auf der NEOS –Liste, zu kommen. Daher freue mich über jede Unterstützerin, jeden Unterstützer. Mein Online-Profil ist abrufbar unter:

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