Start NEWS Chronik Attentäter war Sozialhilfeempfänger und radikalisierte sich in Ottakringer Moschee
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Attentäter war Sozialhilfeempfänger und radikalisierte sich in Ottakringer Moschee

(FOTO: Google Maps-Screenshot, zVg.)

Seit dem brutalen Terroranschlag in der Wiener Innenstadt am Montagabend laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Nun gibt es neue Informationen zum getöteten Attentäter.

Am Dienstag wurde bekannt, dass es sich 20-jährigen K.F., der vier Menschen getötet und 22 Menschen verletzt hat, um einen Wiener handelt. Seine Eltern sind ethnische Albaner aus Nordmazedonien. (KOSMO berichtete) Der Attentäter verfügte über eine Doppelstaatsbürgerschaft und ein Aberkennungsverfahren soll bereits im Gange gewesen sein.

Lebe von 917 Euro Sozialhilfe
Neuesten Informationen zufolge soll der Attentäter K.F. aus einer unauffälligen Familie stammen. Er kam in Mödling zur Welt und besuchte nach der Pflichtschule zwei Jahre eine HTL. Seit 2018 soll der 20-Jährige immer mehr auf die schiefe Bahn geraten sein und in die radikale islamistische Szene abgerutscht sein. “Was haben wir falsch gemacht?”, fragte sich die verzweifelte Mutter des Attentäters im Heute-Interview.

Im August 2018 wollte er nach Afghanistan reisen, was jedoch mangels Visum gestoppt wurde. Nur zwei Wochen später wurde von türkischen Behörden in Schubhaft genommen, nachdem er versuchte, nach Syrien zu reisen, um sich dort dem IS anzuschließen.

Er wurde nach Österreich ausgeliefert und hierzulande zu 22 Monaten Haft verurteilt. Er durchlief ein Deradikalisierungsprogramm im Gefängnis und wurde im Dezember 2019 vorzeitig auf Bewährung mit strengen Auflagen entlassen.

Im Februar dieses Jahres wurde er vom AMS in einen Kurs zur beruflichen Orientierung geschickt, den er im April auch erfolgreich abgeschlossen haben soll. Ab Mai bezog er Mindestsicherung in der Höhe von 917,35 Euro und bewohnte eine günstige Sozialwohnung in Wien-Donaustadt.

Radikalisierung in Wiener Moschee?
Wo sich K.F. mit Gleichgesinnten traf, um radikales Gedankengut zu pflegen, ist bis dato auch weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Laut „Heute“ soll eine Moschee im 16. Wiener Gemeindebezirk Dreh- und Angelpunkt der gefährlichen islamistischen Szene sein.

Sowohl L.K, der Sprengstoff-Anschläge geplant hat und in Graz inhaftiert ist, als auch der Hassprediger Mohammed M. sollen die Moschee in der Hasnerstraße besucht haben. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) distanzierte sich gegenüber der APA von der Moschee, diese stehe nicht unter der Kontrolle der Glaubensgemeinschaft, 

Seit dem Anschlag in der Wiener Innenstadt wurden vonseiten der Polizei zahlreiche Razzien durchgeführt und bereits mehr als ein Dutzend Verdächtige verhaftet. Diese sollen aus dem persönlichen Umfeld des Attentäters stammen.