Ein aufsehenerregender Kriminalfall steht derzeit im Fokus des Düsseldorfer Landgerichts. Ein 46-jähriger Mann aus Ratingen sieht sich der schweren Anschuldigung gegenüber, einen Auftragskiller angeheuert zu haben, um seine inzwischen von ihm getrennte Ehefrau zu ermorden und sein Doppelleben zu verschleiern.

Mordanschlag am Parkplatz nach der Arbeit
Am 3. Mai wurde die 45-jährige Frau vor ihrem Arbeitsplatz in Langenfeld bei Düsseldorf brutal von dem Auftragsmörder attackiert. Sie stieg gerade aus ihrem Auto, als ein Unbekannter Pfefferspray einsetzte und anschließend mit einem Messer auf sie einstach. Laut der Rechtsmedizin wurden 14 Stiche in Brust, Kopf, Nacken und Rücken registriert. Dank einer sofortigen Notoperation im Universitätsklinikum Düsseldorf entkam sie dem Tod, erlitt jedoch eine dauerhafte Schädigung des Rückenmarks und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen.
DNA-Beweise am Tatmesser
Am Tatmesser und an einer Trinkflasche, die in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, fanden sich DNA-Spuren des Ehemanns. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der flüchtige Angreifer ein bezahlter Auftragsmörder ist, dem der Angeklagte das Messer übergab. Der Anwalt des Angeklagten, Torsten Timm, forderte indes die Freilassung seines Mandanten. Er argumentiert, dass die Beweise vor allem auf Indizien wie DNA-Mischspuren basieren, die keine stichhaltige Grundlage für einen dringenden Tatverdacht darstellen.
Häusliche Gewalt und Doppelleben
Ein mögliches Motiv könnte im persönlichen Umfeld des Paares zu finden sein. Die Anklage beschreibt die Ehe als zerrüttet, insbesondere nach Enthüllungen über die jahrelange Untreue des Angeklagten. Nach Morddrohungen und einem Martyrium von häuslicher Gewalt trennte sich die Frau im September 2023 von ihrem Mann und erstattete Anzeige. Beide besitzen die türkische Staatsbürgerschaft, sodass die Scheidung in der Türkei eingereicht wurde .
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Zusätzlich vermutet die Staatsanwaltschaft finanzielle Gründe hinter dem Anschlagsversuch. Der Angeklagte soll seine Frau als Strohfirma im Internetcafé in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs eingesetzt haben. Nach der Trennung wollte sie sich nicht mit den Steuerschulden des Cafés, die sich auf etwa 500.000 Euro belaufen, belasten lassen. „Weil er nicht teilen wollte, wollte er mich umbringen lassen“, äußerte sich das Opfer während des Verfahrensauftakts.