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Bakterien im Trinkwasser? Alles was Sie wissen müssen

(Quelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/hand-halt-petrischale-3786245/)

Es gibt gute Bakterien und schlechte. Von den Zweiten will man keine zu sich nehmen. Dabei geht es nicht nur darum, die Hände hygienisch zu halten. Manchmal sind die Bakterien bereits in dem enthalten, was wir essen oder trinken. Am allerwenigsten erwarten wir das bei Trinkwasser. Hier erfahren Sie, welche Bakterien uns im Wasser gefährlich werden können.

Braucht man keimfreies Wasser?

Die Antwort ist nein. Keimfrei muss Wasser nie sein. Auch wenn Krankheits-Phobiker es vermutlich nicht hören wollen: Manche Bakterien sind für uns hilfreich und kommen ganz natürlich in unseren Körpern vor. Sie sind Teil unseres Stoffwechsels und schützen uns vor bösartigen Bakterien. Dadurch verhindern sie zum Beispiel Neurodermitis oder Karies und helfen uns unsere Nahrung zu verdauen.

Die Trinkwasserverordnung gibt Regeln vor, wie keimfrei Trinkwasser sein muss. Dabei sind krankheitserregende Keime wie E. Coli von vorne rein ausgeschlossen. Wird Wasser getestet und die Darmbakterien gefunden, muss es gereinigt werden. Für nicht automatisch schädliche Bakterien gilt, dass in einem Liter nur 100.000 Bakterien gefunden werden dürfen. Diese Gesamtkeimzahl soll dabei helfen, Krankheiten zu vermeiden.

Das Vorkommen von Bakterien in unserem Trinkwasser lässt sich nicht vollständig vermeiden. Die Rohre der städtischen Verteilungsnetze sind beispielsweise mit Biofilmen überzogen. Dieser Schleim wird von Bakterien abgegeben, damit sie sich darin vermehren können. Vor allem alte oder stehende Leitungen lassen das explosionsartig zu.

Wege, die zu Bakterieninfektionen des Wassers führen können:

  • Probleme im Wasserwerk oder dem Verteilungsnetz
  • Seltener Austausch des Siebs (Perlator) des Wasserhahns
  • Berührungen mit dem Trinkwasser z. B. durch Handarbeit an der Enthärtungsanlage
  • Mangelnde Wartung von Filteranlagen in Entnahmestellen & Hausanschlussfiltern

Auch wenn die Qualität unseres Trinkwassers gut ist, kann es auf dem Weg in unseren Mund verunreinigt werden. Wer das verhindern will, kann sich zum Beispiel an die Filterzentrale wenden, um sich über mögliche Filtersysteme zu informieren.

Welche Bakterien verunreinigen das Wasser?

Darmbakterien

Escherichia coli, besser bekannt als E. Coli, sind Keime aus dem Darm von Vögeln, Säugetieren und uns Menschen. Im Darm selbst sind sie harmlos, aber außerhalb verursachen sie Krankheiten. Davon kann allerdings auch der Darm betroffen sein. In den meisten Fällen löst eine Infektion außerhalb des Darms Magen-Darm-Beschwerden aus. Manche von ihnen sind harmloser als andere. Verschiedene Stämme von E. Coli können zu blutigen Durchfallerkrankungen und Organschäden führen.

Auch die Enterokokken leben in unserem Darm und helfen eigentlich unserer Darmflora und Verdauung. Außerhalb des Darms sind sie oft Erreger von chronischen Harnwegsinfektionen, Herzbeutelentzündungen oder Blutvergiftungen. Manche Enterokokkenstämme sind multiresistent gegen Antibiotika und deshalb besonders gefährlich.

Die erlaubte Gesamtkeimzahl beider Darmbakterien im Trinkwasser betrifft 0 auf 1 Liter. Ist Trinkwasser befallen, wird es umgehend durch die Stadtwerke gereinigt und Gefahrenmeldungen ausgesprochen.

Warm- und Kaltwasserbakterien

Legionellen sind Bakterien, die sich besonders in warmem, stehenden Wasser wohlfühlen. Am besten gedeihen sie zwischen 23 und 45 Grad. Über 55 Grad sterben auch sie, weshalb man sich mit dem Kochen von Wasser gut vor ihnen schützen kann. Man muss das Wasser allerdings nicht einmal trinken, um sich zu infizieren. Auch die feinen Wassertröpfchen, die beim Duschen unsere Schleimhäute berühren, reichen schon aus, wenn das Wasser nicht warm genug ist. Infiziert man sich, lösen sie meist eine Lungenentzündung aus.

Die Pseudomonaden bevorzugen stattdessen das kalte, stehende Wasser. Sie können bei Tieren, in Pflanzen, in Wasser (zum Beispiel Pfützen) oder im Boden gefunden werden und vom einen zum anderen wandern. Dabei sind sie nicht immer schädlich und können befallene Pflanzen schützen. Beim Menschen können sie je nach Infektionsherd unterschiedliche Krankheiten auslösen, darunter:

  • Harnwegsinfektionen
  • Mittelohrentzündung
  • Wundinfektionen
  • Herzklappeninfektionen
  • Lungenentzündung
  • Blutvergiftung

Auch die Pseudomonaden sind in manchen Ausführungen resistent gegen Antibiotika und können sogar in destilliertem Wasser und Desinfektionsmittel überleben. Diese Arten sind umgeben von einem schützenden Bio-Schleim, der sie davon abhält, abgetötet zu werden.

Auch Legionellen und Pseudomonaden haben eine erlaubte Gesamtkeimzahl von 0 und brauchen eine sofortige Reaktion der Stadtwerke.

Fazit

Wasser ist ein potenzieller Gefahrenherd. Um sich davor zu schützen, kann man in ein gutes Filtersystem investieren. Auch sonst ist die Wasserhygiene wichtig. Damit die Kalkablagerungen in Wasserhähnen nicht zu Bakterienherden werden, kann man sie regelmäßig auswechseln. Auch Dinge wie Quietscheenten sollten aus dem Haus verbannt werden. Sie sammeln das Wasser in sich und lassen Keime wachsen, ohne, dass wir es merken.

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