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GRAZ

Balkan-Medien: „Österreich – Jugoslawien im Kleinen ohne nationale Teilung“

Balkan-Medien Österreich Jugoslawien im Kleinen
(FOTOS: © Graz Tourismus - Harry Schiffer; Screenshots)

Die Nachrichtenportale „Al Jazeera Balkans“ und „SarajevoTimes“ veröffentlichten kürzlich einen Artikel über das Leben der Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien in Graz.

„In der zweitgrößten österreichischen Stadt leben zehntausende Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Graz stellte für viele Personen mit jugoslawischen Wurzeln einen ersten Kontaktpunkt dar“, ist im Artikel zu lesen.

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PHÄNOMEN. Jeder fünfte Grazer wählt auf kommunaler Ebene die Kommunistische Partei Österreichs. Was verbirgt sich hinter diesem lokalen Erfolg der steirischen Kommunisten?

 

In der steirischen Landeshauptstadt leben tausenden Menschen mit verschiedenen Migrationshintergründen zusammen, allerdings stellen jene aus dem ehemaligen Jugoslawien eine der größten Communitys dar.

Von 73.726 Einwohnern mit ausländischem Pass stammen 20.837 aus Jugoslawien bzw. dessen Nachfolgestaaten. In diese Zahl nicht inkludiert sind jene, die bereits die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen haben.

BKS-Community in der Stadtregierung
Seit Anfang 2017 befinden sich im Grazer MigrantInnenbeirat auch Studenten aus Bosnien-Herzegowina, Adis Draganović aus Cazin und Adea Hadžiabdić aus Gornji Vakuf. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem, die Interessen der Migranten zu wahren und zu sichern.

„Ich möchte diesbezüglich die gute Zusammenarbeit zwischen Bosniaken, Kroaten und Serben hervorheben. Diese resultiert mit großer Wahrscheinlichkeit daraus, dass sie erkannten, wie wichtig es ist, jemanden in einer neuen Umgebung zu haben, der einen versteht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit“, so Draganović im Interview für „Al Jazeera Balkans“.

Er fügte hinzu, dass Nationalismus und andere schwierige Themen – wie man am Beispiel Graz sehe – an Bedeutung verlieren, insofern man über einen Job, ein monatliches Einkommen, Gesundheitsvorsorge und Bildungsmöglichkeiten verfügt und so seine Familie und Zukunft ohne Ängste planen kann.

„Ich denke, dass wir gute Beispiele für Integration darstellen, da wir als drei verschiedene Völker zusammen in einem anderen Land leben und uns dort gegenseitig unterstützen“, erklärte Adea Hadžiabdić.

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Problemlos gemeinsam
Die Anzahl an Arbeitslosen mit Wurzeln am Balkan sei gering, gleichzeitig gelten Menschen aus der BKS-Community am Arbeitsmarkt als gute und fleißige Arbeitskräfte. Jedoch nicht nur jene, die bereits seit längerer Zeit in Graz leben, sondern auch Studenten vom Balkan hätten einen großen und positiven Einfluss auf die Stadt.

„Viele von ihnen verbleiben nach ihrem Abschluss in Graz und bauen sich dort ein Leben auf“, bestätigte Ramiza Hasić vom AMS-Graz.

In einer Sache waren sich alle Interviewten einig. Im Gegensatz zu den zwischenstaatlichen politischen Beziehungen der Nachfolgestaaten Jugoslawiens, funktioniere das gemeinsame Leben in Graz problemlos.

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