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ARBEITSBEDINGUNGEN

Blutige Fußball-WM 2022: Bis dato über 6.500 tote Arbeiter

(FOTOS: iStock)

In Katar, dem Gastgeberland für den Kampf um den Fußball Weltpokal 2022, sind Recherchen zufolge bereits mehr als 6.500 Menschen bei Bauarbeiten ums Leben gekommen. Dies deckte die britische Zeitung “the Guardian” auf.

Die WM 2022 scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Bei der Wahl Katars als Gastgeberland gab es schon heftige Kritik an der FIFA. Nachrichten über Menschenrechtsverletzungen im kleinen Emirat-Land standen an der Tagesordnung. Die heftigen Kontroversen um die Vergabe der Endrunde nehmen bis jetzt kein Ende. Laut Recherchen der großen englischen Tageszeitung “the Guardian”, sind auf den WM-Baustellen in den letzten 10 Jahren deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen, als bislang bekannt. Dabei handelt es sich vor allem um Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka, die unter teilweise menschenunwürdigen Umständen körperliche Schwerstarbeit verrichten müssen. Unter anderem arbeiten die Menschen bei enormer Hitze. In Katar kann es im Sommer bis zu 50 Grad heiß werden. Dem Emirat wurde schon mehrfach die Ausbeutung von Gastarbeitern vorgeworfen. Der “Guardian” schätzt als Todesursache in vielen Fällen ein akutes Herz- oder Lungenversagen.

Die Regierungspressestelle Katars ließ verlautbaren, dass die Sterberate in einem Bereich liegt, der für diese Größe und diese demografische Zusammensetzung zu erwarten sei. Es seien Millionen von Arbeitern im Land tätig und von diesen sei nur ein “geringer Prozentsatz” gestorben. Außerdem wäre das Arbeiten im Sommer in den Mittagsstunden untersagt.

FIFA reagiert entspannt
Die FIFA hatte zwar schon einmal zugegeben, dass es bei den Bauarbeiten zu Verstößen gegen die Rechte der Arbeiter gekommen ist, diesmal reagierte man auf die Anfrage der britischen Zeitung aber sehr unbeeindruckt: “Man verpflichtet sich voll und ganz, die Rechte der Arbeiter bei FIFA-Projekten zu schützen.” Zudem sei die Häufigkeit der Unfälle auf den WM-Baustellen in Katar “bis jetzt niedrig im Vergleich zu anderen großen Bauprojekten auf der Welt” gewesen.