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REGENBOGENPARADE

Bosnische Polizeischüler lassen über Umgang mit LGBT-Personen abstimmen

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(FOTO: Facebook-Screenshot)

Die Öffentlichkeit Bosnien-Herzegowinas ist angesichts der ersten Gay Pride im September 2019 gespalten. Dies zeigt auch ein Facebook-Post der Polizeiakademie des Landes.

Eine Gruppe aus 15 Aktivisten aus Prijedor, Banja Luka, Sarajevo, Bijeljine, Tuzla und anderen Teilen Bosnien-Herzegowinas rief die zündende Initiative für die Veranstaltung der Pride ins Leben.

Am 8. September werden Mitglieder der LGBT-Community und ihre Unterstützer durch die Straßen Sarajevos schreiten. Dies ist laut der Veranstalter beschlossene Sache. Nichtsdestotrotz werden die Gegenstimmen innerhalb des Landes immer lauter.

Mehrheit für Verhaftung
Seit ein paar Tagen sorgt ein weiter Facebook-Post für heftige Kritik. Dieser stammt jedoch nicht aus der Feder eines Politikers, sondern von der Polizeiakademie Bosnien-Herzegowina. Am Montag wurde im Sozialen Netzwerk eine Umfrage gestartet: „Soll die Polizei LGBT beschützen oder inhaftieren?“

Zu den zwei Antwortmöglichkeiten wurden entsprechende Bilder hinzugefügt, die Polizisten zeigen, die die Paradeteilnehmer entweder beschützen, oder diese aber festnehmen. Darunter wurde ein Link gepostet, der zu einer Petition gegen die Veranstaltung der Regenbogenparade führt.

Mehr als 4.300 Stimmen wurden bereits abgegeben und die Umfrage hundertfach geteilt und kommentiert. Die Mehrheit stimmte dafür ab, die Pride-Teilnehmer zu verhaften. Die Kommentare darunter zeigen ein ähnliches Bild. Während sich einige User für die LGBT-Community stark machen, so ziehen andere wiederum Vergleiche mit Zoophilie und Pädophilie.

„Keine offizielle Seite“
Wie „Radiosarajevo.ba“ berichtet, handle es sich bei dieser Facebook-Seite um keinen offiziellen Auftritt der bosnisch-herzegowinischen Polizei, sondern um eine Seite, die von Schülern der staatlichen Polizeiakademie betrieben wird.

„Viren und Bakterien“ – „Isolieren und forträumen“
„LGBT-Personen isolieren und forträumen“ (KOSMO berichtete), mit dieser Aussage sorgte die Abgeordneten der Partei der demokratischen Aktion (Stranka demokratske akcije – SDA), Samra Ćosović-Hajdarević für großes Aufsehen. Inzwischen wurde der Facebook-Post der Politikerin bereits gelöscht. Sie ist jedoch nicht die einzige Person der Öffentlichkeit, die sich offen gegen die LGBT-Community aussprach.

Auch der bekannte Imam Muhamed Velić schrieb auf Facebook einen Text, in welchem er Homosexuelle mit Viren und Bakterien verglich. Auch dieser wurde inzwischen von Facebook entfernt.

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