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LGBTQ

Pride in Bosnien: „LGBT-Personen isolieren und forträumen“ (VIDEO)

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(FOTOS: iStockphoto, Senzor.ba)

Die Gay Pride ist am Balkan bereits seit Jahren ein heikles Thema. Auch wenn die Parade in Zagreb, Belgrad und seit kurzem auch in Montenegro abgehalten wird, so hagelt es jedes Jahr aufs Neue heftige Kritik aus der Gesellschaft und Politik.

Nun ist es entschlossene Sache, dass die Regenbogenparade auch zum ersten Mal in Bosnien-Herzegowina abgehalten wird. Eine Gruppe aus 15 Aktivisten aus Prijedor, Banja Luka, Sarajevo, Bijeljine, Tuzla und anderen Teilen Bosnien-Herzegowinas rief die zündende Initiative für die Veranstaltung der Pride ins Leben.

Am 8. September werden Mitglieder der LGBT-Community und ihre Unterstützer durch die Straßen Sarajevos schreiten. Dies ist jedoch vielen Bürgern und vor allem Politikern ein Dorn im Auge. So auch der Abgeordneten der Partei der demokratischen Aktion (Stranka demokratske akcije – SDA), Samra Ćosović-Hajdarević.

„LGBT-Personen forträumen”
Auf ihrer Facebookseite veröffentlichte sie einen Post, in welchem sie die Veranstaltung der Regenbogenparade heftig kritisiert.

„Lieber Staat, du hast kein Recht, dich zu beschweren, solange du die Situation der Bevölkerung nicht verbesserst“, schreibt Ćosović-Hajdarević, die der Meinung ist, dass einer „kleinen Gruppe von 15 Aktivisten“ viel zu viel Aufmerksamkeit und Macht gegeben wurde.

„Diese sogenannten Pride-Paraden haben zum Ziel, den Staat und sein Volk zu verderben. Jeder hat das Recht darauf, sein Leben so zu führen, wie er das wünscht. Ebenso haben wir das Recht dazu, auszuwählen, mit wem wir leben möchten.“

„Ich wünsche mir, dass solche Menschen isoliert und so weit wie möglich von unseren Kindern und unsere Gesellschaft fernhalten und forträumen. Sie können gerne irgendwo anders hingehen und sich selbst eine Stadt, Land, Gesetze und ihre Rechte errichten, die ihnen dort niemand verneinen wird. Aber hier NICHT!“, beendete die SDA-Abgeordnete ihren Post.

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(FOTO: Facebook-Screenshot)

Umfrage auf den Straßen Sarajevos
Das bosnisch-herzegowinische Internetportal „Klix.ba“ führte aus diesem Anlass auch eine Umfrage auf den Straßen der Hauptstadt durch. Die Antworten der Bürger zeigen, dass die Bevölkerung gespaltener Meinung ist.

Während einige die Regenbogenparade befürworten, verurteilten andere dieser wiederum aufs Schärfste. Wie die Bürger Sarajevos auf die bevorstehende Pride reagieren, seht ihr im Video auf der zweiten Seite!

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