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KEINE KOOPERATION

Bosnische Serben toben: Schmidt als Bosnien-Beauftragter „unannehmbar“

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(FOTO: Tanjug / Zoran Žestić)

Am Donnerstag wurde der deutsche Ex-Minister Christian Schmidt zum neuen internationalen Bosnien-Beauftragten ernannt. Die bosnischen Serben reagieren mit Ablehnung.

Am 1. August soll der deutsche Ex-Minister sein neues Amt als Bosnien-Beauftragter antreten. Sehr zum Unmut der bosnischen Serben. Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik teilte bereits mit: „Wir lassen wissen, dass wir nicht die Absicht haben, mit dem illegitimen Hohen Repräsentanten zu kooperieren.“

Der Lenkungsausschuss des Friedensimplementierungsrates (PIC) für Bosnien-Herzegowina hatte sich am Donnerstag nach monatelangem Tauziehen auf die Ernennung Schmidts zum Nachfolger des österreichischen Diplomaten Valentin Inzko verständigt. Inzko hatte seit über zwölf Jahren die internationale Gemeinschaft in Sarajevo vertreten.

Dodik bezeichnete die Entscheidung als „unannehmbar“. Seine Begründung: Sie sei von einem Gremium getroffen worden, das „gar nicht existiert“, sagte er mit Blick auf den Friedensimplementierungsrat. „Formell betrachtet kann man den neuen Bosnien-Beauftragten daher nur für die (Bosniakisch-Kroatische) Föderation ernennen, für die Republika Srpska bestimmt nicht“, so Dodik laut der Tageszeitung „Danas“ (Freitag-Ausgabe).

Ernennung „strittig“
Auch für Präsidentin der Republika Srpska, Željka Cvijanović, ist die Ernennung Schmidts „strittig“. Wie Dodik, ist auch sie der Ansicht, dass die Bestellung nicht im Einklang mit dem Dayton-Abkommen aus dem Jahre 1995 stehe. Die internationale Staatengemeinschaft würde die wahren Bedürfnisse des Lande nicht verstehen, erklärte Cvijanović.

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