Dr. Verdana Ćerimagić: Eine Expertin mit bosnischen Wurzeln in der Welt der...

INTERVIEW

1979

Dr. Verdana Ćerimagić: Eine Expertin mit bosnischen Wurzeln in der Welt der TCM!

Daher könnte man sagen, dass durch traditionelle Behandlungsmethoden vorwiegend Ursachen bekämpft werden, während die moderne Medizin sich vor allem auf die Beseitigung der Symptome fokussiert. Inwiefern können beide Formen zusammenarbeiten?
Sowohl Westliche Medizin (WM) als auch Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) haben fixe Regeln für die Diagnostik und Therapie. Beide Medizinformen können viel, aber keine der beiden kann alles. Was die eine nicht kann, kann die andere. Da wir in erster Linie an das Wohlbefinden unserer Patienten denken sollen, finde ich ein Miteinander anstelle vom Gegeneinander am sinnvollsten.

Wann sollte man Sie aufsuchen?
Die TCM und insbesondere Akupunktur haben positive Auswirkungen bei vielen verschiedenen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Menstruationsbeschwerden oder allergischem Asthma. Ich setzte sie auch bei chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat oder bei Migräne, aber auch bei unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit oder Schlafproblemen ein.

Wie würden Sie die Entwicklung hinsichtlich TCM in Österreich im Vergleich zum Rest Europas einstufen? Ist diese Form der Medizin in unserer Gesellschaft endgültig angekommen, oder muss hier noch mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden?
Akupunktur wird seit 1986 als wissenschaftliche Heilmethode in Österreich anerkannt. Seit diesem Zeitpunkt kann man ein stetiges Interesse an TCM beobachten. 2004 wurde ein Diplom für die „Komplementär Medizin-Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie“ bei der Österreichischen Ärztekammer geschaffen, was ein klares Zeichen ist, dass TCM in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt.

„Sowohl Westliche Medizin (WM) als auch Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) haben fixe Regeln für die Diagnostik und Therapie.
Beide Medizinformen können viel, aber keine der beiden kann alles.
Was die eine nicht kann, kann die andere.“

Wie würden Sie die Entwicklung der TCM-Methoden in den nächsten fünf bis zehn Jahren einschätzen?
Ich bin zuversichtlich, dass die TCM in den nächsten Jahren immer mehr in die Schulmedizin integriert wird und dass sie in naher Zukunft zu unserem Alltag gehören wird. Damit würde man das Fortschreiten der Zivilisationskrankheiten mit Sicherheit verlangsamen können.

Haben Sie abschließend noch Tipps für unsere Leser – Was ist Ihre Geheimformel für ein gesundes Leben im Einklang von Körper und Geist?
In den vergangenen Jahren hat der Stress sowohl im Beruf als auch im Privatleben stark zugenommen. Die Menschen legen immer mehr Wert auf einen Ausgleich, um Körper und Geist in eine Balance zu bringen. Die beiden Zauberwörter heißen in diesem Zusammenhang gesunde Ernährung und Bewegung.

Meine Tipps für die KOSMO-Leser sind:
1. Essen Sie regelmäßig, nach Möglichkeit jeden Tag zur selben Zeit.
2. Frühstücken Sie jeden Tag, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.
3. Essen Sie abends vor 19 Uhr.
4. Nehmen Sie sich Zeit und essen Sie in Ruhe.
5. Vermeiden Sie unbedingt Fernsehen, lesen oder Streit beim Essen.

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