Nach einem massiven Erdrutsch entlang einer der wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Nord- und Süditalien hat die Regierung in Rom den Notstand ausgerufen und umgehend Mittel für die Wiederherstellung der betroffenen Infrastruktur zugesagt. Das Unglück ereignete sich am Dienstag bei Petacciato in der adriatischen Südregion Molise und legte dort sowohl die Autobahn A14 als auch die Bahnverbindung zwischen Bologna und Tarent lahm.
Ausgelöst durch starke Regenfälle in einem geologisch anfälligen Gebiet, erstreckt sich die Erdmasse auf einer Länge von rund zwei Kilometern bis zur Küste. Rund 50 Personen mussten ihre Wohnhäuser verlassen. Das Schadensausmaß zeigte sich in aufgerissenen Fahrbahnen, deformierten Gleisen und einer abgesackten Geländefront.
Tausende Reisende waren gezwungen, weiträumige Umwege über das Nebenstraßennetz in Kauf zu nehmen, was die Fahrzeiten um mehrere Stunden in die Höhe trieb. Der Zugverkehr entlang der Küste wurde eingestellt und teilweise über Rom umgeleitet. Die Regierung beschrieb die Situation mit den Worten, das Land sei „faktisch in zwei Teile geteilt“.
Salvinis Soforthilfe
Infrastrukturminister Matteo Salvini besuchte heute den Unglücksort und kündigte an, zunächst zehn Millionen Euro für erste Sanierungsmaßnahmen freizugeben. Die unmittelbare Lage hat sich seither etwas beruhigt: Zivilschutzchef Fabio Ciciliano gab hinsichtlich der weiteren Bewegungsdynamik des Erdrutsches Entwarnung.
Wochen- oder gar monatelange Vollsperrungen gelten nach aktuellem Stand als unwahrscheinlich.
Eine Straße bleibt allerdings weiterhin gesperrt, nachdem dort eine Brücke eingestürzt ist.