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Europäische Zentralbank erhöht Leitzins: was bedeutet das für uns?

Blick auf den Main mit dem Sitz der EZB und der Skyline von Frankfurt im Hintergrund. iStock/Imagesines
Blick auf den Main mit dem Sitz der EZB und der Skyline von Frankfurt im Hintergrund. iStock/Imagesines

Die Europäische Zentralbank (EZB) will eine Zinserhöhung um 0,5 Prozent veranlassen. Das soll der Inflation entgegenwirken. Doch was bedeutet das für Privatpersonen wie Sparer und Kreditnehmer?

Aufgrund der starken Inflation in den letzten Monaten, hat sich die EZB dazu entschlossen, den Leitzins das erste Mal seit 2011 zu erhöhen. Anfangs wollte man den Zins nur um 0,25 Prozentpunkte erhöhen. Jetzt steht der Prozentsatz von 0,5 im Raum. Was die letzten sechs Jahre verabsäumt wurde, soll scheinbar schnell nachgeholt werden.

Heute findet das nächste Treffen des EZB-Rates statt. Dort wird die endgültige europäische Zinserhöhung besprochen, nachdem Zentralbanken auf der ganzen Welt ihre Zinssätze schon längst erhöht haben. Damit soll der Inflation entgegengewirkt werden. Relativ spät, wie Kritiker äußern. Denn die US-Notenbank Fed sowie die britische Notenbank haben den Leitzins schon längst erhöht.

Bedeutung für Privatpersonen

Jeglicher Einfluss auf den Leitzins durch die EZB ist auch für Privatverbraucher rasch spürbar. Ziel der Erhöhung des Leitzinses ist die Geldverteuerung, die schließlich zur Geldverknappung führt. Anreize Kredite aufzunehmen sinken zwar, aber schon verzinste Anlagen werden dadurch lukrativer. Die Inflation wird gedrückt.

Für Kreditnehmer ist ein steigender Zins allerdings nicht gut. Wenn man nicht gerade einen Kredit mit fixem Zinssatz hat – der selten abgeschlossen wird – dann kann es teuer werden. Für Kreditnehmer zwischen Jänner und Juni 2022 könnten die Kosten enorm werden. Genauso wie bei einem normalen Kredit wird man bald auch mehr für Baukredite zahlen müssen.

Auf die aktuellen Verbraucherpreise dürfte die Zinserhöhung allerdings nicht viel Einfluss haben. Billiger wird dadurch nichts. Denn die Inflation rührt von den hohen Preisen der internationalen Rohstoffmärkte her.

Für unsere privaten Bankkonten und Sparbücher sieht es allerdings besser aus. Nicht gut – nur besser. Denn laut Statistik Austria steht die Inflationsrate momentan bei 8,7 Prozent. Rechnet man die erwartete 0,5 prozentige Erhöhung des Leitzinses dazu, macht das den Realzins auch nicht besser. Besonders für Bankkunden mit einem Dispositionskredit (Überziehungsmöglichkeit) ist das schlecht. Befindet sich ihr Konto aufgrund einer Überziehungsmöglichkeit üblicherweise im Minusbereich, sollten sie darauf achten das schnell zu ändern. Denn bald verrechnen die Banken für eine solche Überziehung mehr Zinsen – heißt: man muss mehr Geld zurück zahlen.